Project Phoenix: Schlammschlacht zwischen Entwickler und Game Director um 1 Million Dollar Kickstarter-Geld

von Sören Wetterau (23. November 2017)

Project Phoenix hat sich 2013 geschworen, die japanische Spieleindustrie wieder an die Spitze zu führen. Das Rollenspiel hat dafür von zahlreichen Unterstützern auf Kickstarter eine Million US-Dollar gesammelt. Vier Jahre später ist Project Phoenix noch immer nicht fertig. Laut dem Entwickler und PR-Manager Tariq Lacy liegt das daran, dass Game Director Hiroaki Yura die gesamten Kickstarter-Einnahmen für ein anderes Spiel genutzt hat: Tiny Metal.

Mit diesem Video wurde Project Phoenix einst auf Kickstarter beworben. (Quelle: Youtube, P. Phoenix)

Es sind schwere Anschuldigungen, die Lacy auf Facebook veröffentlicht hat. In dem mittlerweile gelöschten Beitrag wirft er Hiroaki Yura vor, dass er wissentlich das Geld der "Project Phoenix"-Backer veruntreut habe. Anstatt damit die Entwicklung des geplanten Rollenspiels voranzutreiben, habe er mit Area 35 eine neue Firma gegründet und angefangen ein anderes Spiel namens Tiny Metal zu entwickeln.

Lacy selbst habe erst zwei Monate nach seinem Arbeitsbeginn bei Area 35 von dem Betrug erfahren. "Der CEO des Unternehmens, Hiroaki Yura, hat mich darum gebeten, alle Anschuldigungen, dass dieses Geld von jemand anderem als Privatanlegern stamme, zu verneinen". Diesem Wunsch wollte Lacy jedoch nicht nachkommen.

Die Kickstarter-Updates und offiziellen Blogeinträge zu Project Phoenix sind laut Lacy zudem bewusst so formuliert, dass es tatsächlich Entwicklungsfortschritte geben würde. In Wahrheit habe jedoch Yura gar kein Interesse daran, dass Rollenspiel zu veröffentlichen.

Dementi und neue Vorwürfe

In einem Statement gegenüber dem englischsprachigen Magazin Kotaku wehrt sich Hiroaki Yura gegen die Vorwürfe. Das Geld aus der Kickstarter-Kampagne habe er für die Alpha von Project Phoenix verwendet. Zusätzlich habe er noch eigenes Geld aus anderen Projekten investiert. Er könne das problemlos anhand zahlreicher Assets beweisen. Das Geld für Tiny Metal stamme wiederum nicht aus der Kickstarter-Kampagne, sondern von australischen Investoren und von Sony Music Entertainment.

Außerdem wirft Yura Lacy vor, dass er angeblich weibliche Angestellten sexuell belästigt haben soll. Yura möchte deshalb nun rechtliche Schritte einleiten, während Lacy die Beschuldigungen dementiert. Beweise für die jeweiligen Anschuldigungen, so der Kotaku-Artikel, gibt es nicht. Selbst die von Lacy bereitgestellten Chat-Logs sollen kaum relevante Infos beinhalten.

Somit steht es aktuell Aussage gegen Aussage, während das Schicksal von Project Phoenix weiterhin ungeklärt ist. Ob die Kickstarter-Backer jemals das Produkt erhalten, für welches sie im voraus bezahlt haben, bleibt unsicher.

Tags: Rumor   Kickstarter  

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