Lootboxen: Bayerischer Landtag beschäftigt sich mit Problematik

von Sören Wetterau (05. Dezember 2017)

Nach Hawaii, Belgien und Großbritannien ist die Lootbox-Debatte nun auch in der deutschen Politik angekommen. Genauer gesagt im bayerischen Landtag, denn dort haben die Fraktionen SPD und CSU bereits am 29. November Dringleichkeitsanträge bezüglich Lootboxen und eventuellem Glücksspiel gestellt. Den beiden Anträgen wurde stattgegeben.

Die kontroverse und hitzige Diskussion um die Lootbox-Mechanik in Spielen wie Star Wars Battlefront 2, Overwatch oder Mittelerde - Schatten des Krieges ebbt nicht ab. Ganz im Gegenteil, denn mittlerweile beschäftigen sich Politiker weltweit mit dem Thema und den möglichen Problemen für den Jugendschutz. So auch in Deutschland, bei der sich in Zukunft die bayerische Regierung dazu äußern muss.

Den Anfang haben die Freien Wähler in Bayern gemacht, die ebenfalls einen Dringlichkeitsantrag an das Parlament gestellt haben. In ihrem Dokument Jugendschutz bei Computerspielen ausweiten verweist die Partei auf "sogenannte Beuteboxen", die in immer mehr Spielen zum Kauf angeboten werden und mitunter spielwesentliche Inhalte bieten sollen. Hierbei beziehen sich die Freien Wähler vor allem auf Star Wars Battlefront 2, bei dem EA kurzfristig reagiert und die Echtgeld-Mechanik rund um die Lootboxen temporär deaktiviert hat.

Laut dem Antrag ist die Partei der Ansicht, dass es sich hierbei um Glücksspiel beziehungsweise dem Glücksspiel ähnliche Mechaniken handelt. Diese sollen vor allem dafür sorgen, dass "Kinder und Jugendliche einem starken emotionalen Druck ausgesetzt werden, zusätzlich zum Erwerb des Spieles selbst weiteres echtes Geld einzusetzen, um notwendige Spielelemente zu erlangen." Gefordert wird, dass zukünftig Spiele, die eine solche Mechanik beinhalten, nur noch für erwachsene Spieler zugänglich gemacht werden.

Der bisherige Höhepunkt der Lootbox-Debatte: Star Wars Battlefront 2.

Freie Wähler abgelehnt, SPD und CSU zugestimmt

Nach einer Debatte am 29. November im Landtag wurde der Antrag der Freien Wähler abgelehnt. Allerdings habe die Partei eine wichtige Diskussion ins Rollen gebracht. Zugleich haben SPD und CSU eigene Dringlichkeitsanträge gestellt, die wiederum durchgewunken worden sind.

Die Sozialdemokraten fordern die Landtagsregierung dazu auf, mitzuteilen, wie diese "den zunehmenden Einsatz von offensichtlichen Glücksspielelementen in Computerspielen jugendschutzrechtlich bewertet." Außerdem möchte sie erfahren, welche Handlungsmöglichkeiten die Regierung in Bezug auf den Jugendschutz und den Glücksspiel-Staatsvertrag sieht.

Die CSU äußert sich im eigenen Antrag etwas zurückhaltender und fordert dazu auf, dass die bayerische Staatsregierung die Kommission für Jugendmedienschutz einschaltet. Zudem solle sich die Regierung für einen "zeitgemäßen Jugendschutz bei Online-Computerspielen" einsetzen und "die Problematik der sog. loot boxen verstärkt bei den Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz in Bayern" berücksichtigen. Die generelle Freigabe ab 18 Jahren für alle Spiele mit Lootboxen lehne die Partei ab.

Die bayerische Regierung muss nun in naher Zukunft auf die Anträge der SDP und CSU reagieren. Wann das der Fall sein wird, ist jedoch noch unklar. Wahrscheinlich wird das Thema erst Anfang des kommenden Jahres genauer unter die Lupe genommen.

Tags: Politik  

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