EA will den Spielern von Fifa Ultimate Team das geben, "was sie wirklich wollen"

von Sören Wetterau (06. Dezember 2017)

Wenn EA-Verantwortliche über Mikrotransaktionen reden, dann werden zurzeit schnell die Ohren gespitzt. So auch im Falle von Blake Jorgensen, seines Zeichen Finanzverwalter von Electronic Arts, der auf dem NASDAQ 37th Investor Program über den Ultimate Team Modus von EA Sports gesprochen hat. Dieser ist ausgesprochen profitabel, aber EA verbringt laut Jorgensen gar nicht so viel Zeit damit, die Spieler zu höheren Geldausgaben anzuregen.

Über 800 Millionen US-Dollar hat EA zuletzt mit den Ultimate Team Modi seiner Sportspiele verdient. Das Konzept, seine eigene Traummannschaft mithilfe von kartenähnlichen Paketen zusammenstellen, ist schlichtweg ein Erfolgsrezept. Laut Jorgensen, so berichtet gamesindustry, macht sich das vor allem bei den Mikrotranskationen bemerkbar: Von den 70 bis 75 Prozent aller "EA Sports"-Käufer, die auch den Ultimate Team Modus ausprobieren, gibt ungefähr die Hälfte auch zusätzliches Geld aus.

Dies entspricht einer ziemlich hohen Umsetzungsrate, vor allem im Vergleich zu sonstigen "Free 2 Play"-Spielen, bei denen in der Regel lediglich ein einstelliger Prozentbereich an Spielern investiert. Ziel, so Jorgensen, ist es nun den Ultimate Team Modus weiterwachsen zu lassen. Allerdings versuche EA nicht, die Leute dazu anzuregen, mehr Geld auszugeben.

Stattdessen soll der Fokus darauf liegen, die bisherigen Nicht-Interessenten für den speziellen Modus zu gewinnen und diese zu Käufen zu animieren. Das Team sei davon überzeugt, dass die Spieler, sobald sie sich im Ultimate Team Modus zurechtgefunden haben, jede Menge Spaß über einen längeren Zeitraum haben werden.

Jorgensen schließt seinen Vortrag damit ab, dass er der Überzeugung ist, dass Videospiele eine der Unterhaltungsformen "mit dem höchsten Gegenwert für den Konsumenten" sei. Im Gegensatz zum Kinobesuch könne ein Videospiel mehrere tausend Stunden Unterhaltung bieten.

Wenn ein Spieler dann zusätzlich zum Erwerbspreis Geld ausgibt, würde er das vorrangig machen, um den Spaß zu erhöhen beziehungsweise zu verlängern. "Wir versuchen also nur, den Verbrauchern das zu geben, was sie wirklich wollen und mehr davon, anstatt zu versuchen, ein neues Spiel zu entwickeln oder etwas anderes zu versuchen."

Bei den Spielern dürfte derweil jedoch die Skepsis groß sein, ob EA tatsächlich so großes Interesse am Spaßfaktor hat. Schließlich steht das Unternehmen seit kurzem wegen der Mikrotransaktions-Debatte bei Star Wars Battlefront 2 in der Kritik.

Das Fortschrittssystem inklusive der Lootboxen war vielen Spielern zu viel des Guten, weshalb EA und Entwickler Dice an einer Verbesserung arbeiten. Bis auf weiteres sind die Mikrotransaktionen temporär deaktiviert.

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