Technischer Protest: YouTuber setzen nervigen Buffer ein, um für Netzneutralität zu protestieren

von Micky Auer (18. Dezember 2017)

Am 14. Dezember stimmte die Federal Communications Commission (eine unabhängige Behörde, die Rundfunk, Satellit und Kabel regelt) mit einer Mehrheit von drei zu zwei dafür, die Netzneutralität in den USA aufzuheben. Das bedeutet, dass Internet-Provider fortan ausgewählte Inhalte monetarisieren oder blocken dürfen. Gegen diese Entscheidung protestieren nun diverse YouTuber mithilfe ebendieser Plattform.

Der bekannte freie Journalist Jim Sterling hat am Freitag ein Video auf YouTube hochgeladen, in dem er diese Entscheidung kritisiert. Nach 26 Sekunden bleibt das Video stehen. Die verbleibenden circa drei Minuten seht ihr nur das durchaus aggressionsfördernde Buffer-Symbol, das sich endlos im Kreis dreht. Zuvor liefert Sterling eine kurze Zusammenfassung dessen, was die behördliche Entscheidung für den Durchschnitts-User bedeutet, der sich im Netz Videos ansehen oder online spielen will.

(Quelle: YouTube, Jim Sterling)

Die User in der Kommentarsektion applaudieren Sterling für diese Aktion. Er illustriert auf einfache und eindringliche Weise, wie sich die Zukunft für Internet-User gestalten könnte, nachdem die Netzneutralität abgeschafft wurde.

Eine ähnliche Aktion fährt auch der YouTube-Kanal Front Page Tech. In einem neuen Video zeigen die Betreiber des Kanals, wie schwierig es sich zukünftig für YouTube-User gestalten könnte, Inhalte nach eigenen Wünschen zu konsumieren. Hier setzt das Buffer-Symbol zwar erst ganz zum Schluss ein, die Botschaft ist jedoch unmissverständlich. Dafür gibt es noch eine End-Card, die darauf hinweist, dass "der Zuseher all seine freien Minuten auf der Seite aufgebraucht hat." Ein Szenario, dass nun gar nicht mal mehr so abwegig erscheint.

(Quelle: YouTube, Front Page Tech)

Der Punkt, den diese und noch weitere YouTuber veranschaulichen wollen, ist nicht nur der, dass Menschen, deren Lebensunterhalt auf Netz-Videos mit großen Schwierigkeiten rechnen müssen, sondern dass auch die User allgemein betroffen sind. Die Situation beschreiben zum Beispiel die englischsprachigen Kollegen von Polygon wie folgt:

Von 2015 bis 2016 ist die Anzahl der Streamer auf Twitch von monatlich 1,7 Millionen auf 2,2 Millionen gestiegen. YouTube veröffentlicht keine Zahlen darüber, wie viele Videos pro Monat oder pro Jahr hochgeladen werden. Es erfolgt lediglich der Hinweis, dass "die Anzahl der Kanäle mit sechsstelligen Einkünften pro Jahr mit jedem Jahr um 50 Prozent steigt." Das heißt, dass jedes Jahr mehr Leute ihr Haupteinkommen auf YouTube finden.

Wie steht ihr zu dem Thema? Seht ihr das ähnlich problematisch oder wärt ihr bereit, euch entsprechende Freigabe zu kaufen, um nach wie vor uneingeschränkt surfen zu können? Teilt eure Meinung mit anderen Lesern und uns in den Kommentaren.

Tags: Politik  

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