EA lernt es nicht: Unpassendes Matchmaking soll zu Mikrotransaktionen anregen

von Micky Auer (10. Januar 2018)

Das Drama rund um die Lootboxen in Star Wars Battlefront 2 ist noch immer ein großes Gesprächsthema, das über die Grenzen der Spielebranche hinaus bis in die Politik schwappt. Währenddessen fasst Publisher Electronic Arts bereits neue Strategien ins Auge, die die Spieler dazu animieren sollen, noch mehr Mikrotransaktionen zu tätigen. Dazu gehört ein absichtlich unfair gestaltetes Matchmaking in Online-Spielen.

YouTuber YongYea, der auf seinem Kanal oft Einblicke in die Hintergründe der Industrie liefert, beschreibt die Machenschaften - anders lässt es sich kaum noch bezeichnen - die dazu führen sollen, dass ihr als Spieler gerne noch mehr Geld in "In-Game"-Käufe investiert.

(Quelle: YouTube, YongYea)

Dass ihr in Online-Spielen mitunter ständig unter statistischer Beobachtung steht, ist nichts Neues. Euer Spielverhalten wird analysiert, die Daten werden gesammelt, darauf aufbauend werden neue Konzepte sowohl im Design als auch im Marketing erstellt. Das ist bekannt und, sofern ihr darüber Bescheid wisst und dem zustimmt, auch nicht weiter verwerflich.

Kritischer wird es, wenn die Gestaltung einer Spielumgebung von vorneherein darauf abzielt, euch das Erlebnis nur dadurch unterhaltsam zu machen, wenn ihr weiter Geld in das Produkt investiert. Dazu gehört ein Matchmaking-System, das absichtlich unpassende Ergebnisse anbietet. Entweder werdet ihr mit schwächeren Spielern gepaart (ihr habt mehr Erfolgserlebnisse), oder ihr kommt an deutlich stärkere Kontrahenten (die Herausforderung steigt).

Stellt euch nun folgendes Wechselspiel vor: Das Matchmaking eines Spiels verbindet euch mehrmals hintereinander mit schwächeren Spielern. Ihr siegt ständig, erzielt große Erfolge und euch gefällt das Spiel aufgrund der damit verbundenen Gratifikation immer besser. Plötzlich seid ihr aber ständig gegen Online-Gegner am Verlieren und könnt das alte Gefühl nur dadurch wiederherstellen, indem ihr euch per Mikrotransaktionen Vorteile verschafft.

Ein Konzept unter dem Titel Dynamic Difficulty Adjustment for Maximized Engagement in Digital Games von EA wurde in der Digital Library ebenso veröffentlicht wie die Erläuterung des Systems EOMM: An Engagement Optimized Matchmaking Framework. Aus diesen Plänen geht hervor, dass ihr als Spieler von diesem Ungleichgewicht im Matchmaking nichts mitbekommen sollt. Das allein ist fragwürdig genug. Schlimmer wird die Situation dadurch, dass dieses System bereits in einem nicht näher genannten Spiel von EA angewendet und getestet wurde.

Damit ist aber noch lange nicht Schluss. Das genaue Studium der beiden Veröffentlichungen offenbart auch, dass dieses Konzept auf andere, wichtige Bereiche eines Spiels übertragen werden kann. So lässt sich durch subtiles Ungleichgewicht im Hintergrund euer Spielerlebnis steuern und ihr könnt dadurch beeinflusst werden. EA hat bereits im Vorfeld verlautbart, dass es Spiele als Service sieht. Damit sieht der Konzern solcherlei Maßnahmen als gerechtfertigt.

Wie steht ihr zu der Situation? Sagt ihr, dass die Beeinflussung der Spieler und das Animieren derselben zum Tätigen weiterer Mikrotransaktionen als Geschäftsmodell gerechtfertigt ist? Oder findet ihr, dass EA (und auch andere Publisher) mit solchen Aktionen zu weit gehen? Lasst uns eure Meinung gerne in den Kommentaren wissen!

Tags: Multiplayer   Star Wars  

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