Offener Rassismus: Donald Trump bekommt Gegenwind aus der Spielebranche

von Micky Auer (12. Januar 2018)

Die Entertainment Software Association (kurz: ESA) veröffentlicht ein Statement zur Aussage von US-Präsident Donald Trump, in der er rassistische Kommentare über Immigranten macht. Er behauptete, jene Immigranten "aus Haiti und Afrika" kämen aus "Scheißloch-Ländern" (shithole countries). Lieber wäre es ihm, es kämen mehr Immigranten aus Norwegen.

"Amerikas Größe baut auf unserer Diversität auf," ist im Statement der ESA zu lesen. "Die abstoßenden Kommentare des Präsidenten untergraben die Werte, die wir als Land repräsentieren. In unserer Gesellschaft gibt es keinen Platz für eine so rückschrittliche Denkweise und wir verurteilen diese Äußerungen aufs Schärfste."

Es ist nicht das erste Mal, dass die ESA, die die Interessen von Videospiel-Publishern repräsentiert, Statements zu Themen abgibt, die über den Bereich Gaming hinausgehen. Ende vergangenen Jahres verkündete die ESA zum Beispiel, dass sie die Steuerreform der Republikaner unter Donald Trump begrüße, da große Firmen davon profitieren würden. Diese Steuerpolitik steht jedoch unter starker Kritik, da sie von den Armen und dem Mittelstand mehr Geld einfordert, um die Steuerlast der reichsten Bürger und Firmen zu mindern.

Papers, Please: Im Spiel wird das Thema Immigration auf eindringliche und ungewöhnliche Weise behandelt.

Im September 2017 veröffentelichte die ESA ein Statement, in dem sie die Trump-Regierung dazu aufruft, eine schnelle und positive Resolution zum Thema DACA (Deferred Action for Childhood Arrivals) zu finden. Es handelt sich hierbei um ein Programm, dass undokumentierte Einwanderer unterstützt, die im Kindesalter in die USA gebracht wurden. Die Trump-Regierung will das Programm drosseln.

Handelte es sich hierbei noch um eher beschwichtigende Worte, so ist die Wortwahl in der aktuellen Aussage ungewöhnlich direkt und offen. Selbst das durchaus antagonistische Statement in Bezug auf Trumps Einreiseverbot für Reisende aus spezifisch genannten Ländern mit muslimischer Mehrheit - das einen klaren und deutlichen Effekt auf Spielefirmen hat - war in die vorsichtig gewählten Worte typischer Hauptstadt-Politik gewandet.

Nicht nur die ESA hat diese herabmindernde und für ein Staatsoberhaupt degradierende Bemerkung kritisiert, zumal sie auch noch im Zuge eines Meetings im Oval Office, dem Arbeitsplatz des US-Präsidenten, geäußert wurde. Kritik wird aus allen Bereichen der Gesellschaft und Wirtschaft laut, eine Entschuldigung wurde bereits mehrfach von vielen Seiten eingefordert. Ob diese jemals kommen wird, ist stark zu bezweifeln.

Politik und Videospiele sind zwei Themen, die die meisten nicht in einem Atemzug nennen würden. Dabei gibt es zahlreiche Spiele, die sich mit politischen Themen befassen und kritisch auseinandersetzen. Auch als Gamer sind wir in erster Linie Menschen und Mitmenschen und dürfen uns als solche nicht vor politischen Diskussionen scheuen, sondern sollten gerade in solchen Fällen deutlich Stellung beziehen.

Tags: Politik  

Mining-Nachfrage geht zurück, Preise könnten wieder sinken

Grafikkarten: Mining-Nachfrage geht zurück, Preise könnten wieder sinken

Es gibt wieder Hoffnung für alle PC-Spieler, die über den Kauf einer neuen Grafikkarte nachdenken: Laut einem (...) mehr

Weitere News

* gesponsorter Link