Quantic Dream: Mitarbeiter erheben schwere Sexismus- und Rassismus-Vorwürfe

von Sören Wetterau (Montag, 15.01.2018 - 18:22 Uhr)

Für Sony arbeitet Quantic Dream aktuell an der Fertigstellung von Detroit - Become Human. Nun steht dem Pariser Entwicklerstudio jedoch erstmal ein Ärger im Haus, denn gleich drei französische Zeitungen berichten unter Berufung auf ehemalige Mitarbeiter über eine angeblich sexistische und rassistische Unternehmenskultur innerhalb von Quantic Dream.

Es geht um unangemessenes Verhalten, sexistische Witze, rassistische Bemerkungen und um lange Arbeitszeiten, die teilweise die 60 Stunden pro Woche deutlich überschreiten sollen, so Eurogamer. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem Studio-Chef David Cage, der als eine schwierige Person beschrieben wird, die über einen nahezu tyrannischen Führungsstil verfügt. Intern würde er so gut wie nie auf andere Personen hören und Überstunden einfordern, weshalb er unter Mitarbeitern oft als "Gott", "Papa" oder "Sonnenkönig" bezeichnet wird. Cage, so die Vorwürfe weiter, soll seine Angestellten lediglich als Werkzeuge betrachten und nicht als Individuen, die am Entwicklungsprozess beteiligt sind.

Des Weiteren soll er keine Rücksicht auf weibliche Angestellte genommen haben und das Studio als eine Erweiterung seines privaten Raums sehen. Ein Mitarbeiter berichtet von einem expliziten Vorfall, bei dem eine Überwachungskamera einen Einbrecher gefilmt hat. Beim Ansehen der Aufnahmen soll David Cage einen tunesischen Mitarbeiter gefragt haben: "Ist das ein Cousin von dir?"

Laut LeMonde haben zwischen 2015 und 2016 ungefähr 50 Mitarbeiter das Studio verlassen, viele von ihnen sollen unter Burnout oder Depressionen gelitten haben. Fünf Mitarbeiter beschweren sich in den französischen Medien außerdem über Foto-Montagen, die schlichtweg beleidigend ausfallen sollen. Demnach soll intern ein Ordner mit über 600 via Photoshop manipulierten Fotos existieren, in denen Angestellte auf rassistischen oder sexuellen Motiven gezeigt werden. Das Management von Quantic Dream habe die Verantwortlichen für die Montagen abgemahnt und wenig später einen Leitfaden für einen besseren Umgang untereinander eingeführt.

David Cage und Studio-Gründer Guillaume de Fondaumière wehren sich gegen die Vorwürfe. Sie seien "grotesk, absurd und lächerlich" und lediglich Unmutsäußerungen von ehemaligen Angestellten. Gegenüber den Anschuldigen, dass er rassistische und sexistische Züge zeige, heißt es von Cage wie folgt:

"Du willst über Homophobie reden? Ich arbeite mit Ellen Page zusammen, die für LGBT-Rechte kämpft. Du willst über Rassismus reden? Ich arbeite mit Jesse Williams, der für die Bürgerrechte in den USA kämpft... Beurteilt mich nach meiner Arbeit."

Nichtsdestotrotz haben laut LeMonde mehrere Mitarbeiter eine Klage gegen ihren Ex-Arbeitgeber eingereicht. Hersteller Sony, welcher mit Quantic Dream für Detroit - Become Human zusammenarbeitet, hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Tags: Politik  

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