Gronkh äußert sich zu seiner Rundfunklizenz

von Maximilian Stulle (19. Januar 2018)


Youtuber und Streamer Erik Range, besser bekannt unter seinem Alias "Gronkh", hat vor kurzem nach langem Ringen für seine Livestreaming-Angebote eine Rundfunklizenz beantragt und erhalten. Jetzt äußert sich deutschlands prominentester Gamer zu seiner Entscheidung und deren Auswirkungen auf sein Leben und die Streaming-Szene in Nordrhein-Westfalen.

Seit Anfang 2017 geht in NRW die Düsseldorfer Landesanstalt für Medien (LfM) bundesweit alleine gegen private Streamer im Netz vor. Die Lfm fordert eine Beantragung einer Rundfunkzulassung von Streamern. Eine solche Zulassung kostet viel Geld, Zeit und Nerven und daher wehren sich Internet-Persönlichkeiten wie Range. Doch nach einiger Zeit hat sich dieser nun vor kurzem doch entschieden eine solche Lizenz anzuforden. Im Interview mit Games Wirtschaft erklärt Gronkh seine Gedanken hinter der kontroversen Entscheidung und bespricht die Konsequenzen.

Games Wirtschaft: Bei allen Kosten und bürokratischen Nebenwirkungen: Welche Vorteile bringt die erteilte Lizenz eigentlich mit sich?
Range: Soweit ich das zum jetzigen Zeitpunkt überschauen kann: absolut gar keine.

Range erklärt, dass sich die Möglichkeiten, sich gegen eine Rundfunklizenz zu wehren, begrenzt hätten. Im Grunde hätte er nur drei Optionen gehabt: Erstens, das ganze vor Gericht zu bringen, zweitens, ins Ausland auszuwandern und drittens, komplett mit dem Streamen aufzuhören. Mit den ersten beiden Optionen hätte er wohl noch geliebäugelt, und sogar einen Umzug nach Österreich oder in die Schweiz erwähnt, doch sei er gerade erst umgezogen. Auch ein Gerichtsverfahren schien Range zu kostenspielig und riskant. Der Ausgang sei hier nicht garantiert gewesen. Im Interview sagt er dazu folgendes:

"[...] Am Ende gehe ich davon aus, dass die ganze Verhandlung ohnehin ein Glücksspiel gewesen wäre. Als würde man seine Existenz beim Roulette auf Rot setzen – und der Gewinn ist, dass man einfach so weiter machen darf wie bisher. Niemand würde sich da freiwillig an den Tisch stellen.

Das Vorgehen der LfM sieht der Youtuber kritisch. Schließlich sei schwer zu unterscheiden, wer jetzt eine Lizenz benötige und wer nicht. Wer die Livestreaming-Dienste von Instagram, Facebook und co. einmal wöchentlich nutze, um mit einer kleinen Menge an Fans oder Freunden zu sprechen, sei schließlich auch nicht vom Risiko ausgenommen.

"Ich verstehe, dass Vollzeit-Programme einer Regulierung bedürfen und die Meinungsvielfalt bewahrt werden muss – aber das betrifft doch eben nicht die Privatperson, die ein paar Male die Woche nach Feierabend oder Schulschluss auf einer beliebigen Plattform im Internet live geht, um dort mit ihren 100 Zuschauern zu quatschen? Warum bekommen solche Menschen entsprechende Post? Wer reguliert da die Regulierer?"

An Gronkhs Inhalt wird sich aber wohl erstmal nicht viel ändern. Schließlich gelten für alle Streamer und Youtuber, Lizenz oder nicht, die selben Gesetze. Einige Ideen für die Zukunft hat er dann aber doch noch:

"Tatsächlich war ursprünglich ein Retro-Format mit dem wahnsinnig sympathischen Onkel Jo angedacht, da hatten wir beide und auch die Zuschauer Bock drauf, das mal auszuprobieren. Da wäre ich ab und zu mal dabei gewesen, aber es wäre testweise die erste Sendung auf dem Gronkh-Channel ohne Gronkh. Da profitieren also alle von.

"Aber nachdem wir ja jetzt eine Sendelizenz haben, könnten wir da vielleicht noch ganz andere Dinge auf die Beine stellen. Wäre doch schade, wenn die nur rumliegt."

In NRW sollen laut Gronkh tatsächlich schon einige Streamer Vorbereitungen für einen Umzug ins Ausland treffen. Denkt ihr, diese Regulierungen betreffen bald womöglich auch andere Bundesländer, oder ist das ein Einzelfall? Und könnt ihr Gronkhs Handeln nachvollziehen? Wir sind gespannt auf eure Meinung.

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