Malware im Addon: Entwickler stiehlt Passwörter von Spielern

von Maximilian Stulle (20. Februar 2018)

Kürzlich hat ein Skandal um Raubkopien und Schadsoftware die Runde gemacht. Ein Entwickler hatte nämlich wissentlich Malware an seine Nutzer verteilt, die dazu in der Lage war sämtliche Passwörter auszulesen und an den Entwickler zu schicken. Ziel der Aktion sei angeblich gewesen, einige Piraten aus dem Meer voller Videospiel-Diebe zu erwischen.

Ein Meer voller Diebe gibt es auch im neuen Piraten-Spiel Sea of Thieves

Am 18. Februar wurde der schädliche Code von Reddit-Nutzer Crankyrecursion entdeckt, was die Kontroverse lostrat, so Kotaku. Das Entwicklerstudio FlightSimLabs spezialisiert sich auf die Entwicklung von Addons für die Flugsimulatoren anderer Studios. Bei der fraglichen Software handelte es sich um einen Browser-Passwort-Dumper, also ein Tool welches die Passwörter des infizierten Computers sammeln und verschicken konnte. Dieses wurde über das offizielle Installationsprogramm eines Addons für einen Flugsimulator verbreitet. Jede Person, die dieses Addon installiert hat, war dem Programm in irgend einer Form ausgeliefert, auch wenn FlightSimLabs darauf besteht, dass nur Piraten etwas zu befürchten gehabt hätten.

Eine der Webseiten, die Addons als illegale Cracks verbreitetenEine der Webseiten, die Addons als illegale Cracks verbreiteten

Auf die Anschuldigungen reagierte der Vorsitzende Lefteris Kalamaras ganz nüchtern und verleugnete nichts. Tatsächlich wüsste FlightSimLabs von der Verbreitung des Programms, sie hätten es absichtlich dem Installationsprogramm beigefügt um nach Piraterie-Software zu suchen. In einem späteren Forum-Beitrag erklärt Kalamaras genauer, wie die Software, die mittlerweile entfernt wurde, funktioniert hat und wofür sie verwendet wurde. Genau genommen ginge es bei der Aktion wohl darum, einen bestimmten Nutzer abzufangen, welcher das Addon als Crack im Internet verbreitete. Um jedoch Zugang zur Webseite des Nutzers, deren Name und IP-Adresse dem Studio bekannt war, zu erhalten, wurde auf diese Methode zurückgegriffen. Mit dem Passwort loggte sich FlightSimLabs dann in die geschützte Webseite ein und gelangte so an die Informationen mehrerer Online-Piraten, gegen die sie nun gerichtlich vorgehen möchten.

Bei allen Nutzern, die das Addon legal erworben haben entschuldigt sich FlightSimLabs und versichert, dass sie nie das Ziel dieser Cyber-Attacke waren. Fraglich ist das ganze trotzdem.

Findet ihr der Zweck heiligt die Mittel? Oder hat der Entwickler hier ganz klar eine deutliche Grenze überschritten und sollte dafür belangt werden? Wie hättet ihr denn reagiert, wenn euch das passiert wäre?

Entschädigungszahlung für zu Unrecht gebannte Spieler

PUBG: Entschädigungszahlung für zu Unrecht gebannte Spieler

Im Kampf gegen Cheater und Betrüger in Playerunknown's Battlegrounds kämpft die PUBG Corp. mit immer här (...) mehr

Weitere News

* gesponsorter Link