Chrono Trigger: PC-Fassung bietet keinen Grund zur Freude

von Micky Auer (28. Februar 2018)

Wenn ein vielgeliebter Rollenspielklassiker vom Schlage eines Chrono Trigger recht überraschend für PC auf den Markt kommt, ist das eigentlich ein Grund zur Freude. Zu der Veröffentlichungs-Historie kommt nun noch der Eintrag für PC via Steam hinzu:

  • 22. August 1995 (SNES)
  • 6. Februar 2009 (NDS)
  • 14. Februar 2012 (iPhone)
  • 29. Oktober 2012 (Android)
  • 27. Februar 2018 (PC)

Die Freude hält sich jedoch weitestgehend in Grenzen, denn Fans haben mehr oder minder auf den ersten Blick erkannt, dass die PC-Portierung - wie leider die meisten Portierungen von Square Enix von älteren Konsolenspielen - nicht gut aussieht. Das berichten die Kollegen vom US-Magazin Kotaku.

Bereits die Portierungen der Klassiker Final Fantasy 5 und Final Fantasy 6 fielen durch verwaschen wirkende Charaktere und verzerrt-grobe Grafik negativ auf. Genau das ist auch bei Chrono Trigger der Fall. Erschwerend hinzu kommt der Umstand, dass die Entwickler bei der Umsetzung die mobile Version des Spiels herangezogen, dabei aber weder das Interface, noch die Fonts verändert haben. Das Ergebnis ist optisch ein Graus. Zum Vergleich: Die Grafik von Final Fantasy 6 für PC ist so schlecht, dass Fans seit sechs Jahren an einer Mod arbeiten, die das Problem beheben soll.

Zuletzt enttäuschte die sehnlichst erwartete Umsetzung von Secret of Mana in vielerlei Hinsicht. Dabei handelt es sich um eine grafisch komplett neu aufgelegte Fassung, die jedoch den Charme des Originals in keiner Weise transportieren konnte. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Test: "Secret of Mana - Irgendwie nur ein halbes Remake"

Ein Beispiel für die unschöne Präsentation.Ein Beispiel für die unschöne Präsentation.

(Quelle: Kotaku.com)

Fraglich ist, ob diese durchaus lautstarke und berechtigte Kritik überhaupt bis zu den Verantwortlichen bei Square Enix durchdringt. Jason Schreier, Redakteuer bei Kotaku.com, brachte vor etwa einem halben Jahr die Problematik bezüglich der beiden oben genannten FF-Umsetzungen bei einem Interview mit Yoshinori Kitase zur Sprache. Kitase ist einer der führenden Produzenten bei Square Enix und zeigte sich laut Schreier höchst überrascht, dass die westlichen Spieler ein Problem mit den Umsetzungen hätten.

"Mich würde da schon was interessieren - Ich glaube, die Portierung [...] verwendet das verbesserte Artwork, das etwas detaillierter ist. Wollen die Fans die ältere Version sehen, die weniger verfeinert ist? Ist das die Stimmung?" - So Kitase zu Schreier in Hinblick auf diese Problematik.

Nein, Kitase-san, es geht schlicht und ergreifend darum, dass die Portierungen äußerst unschön aussehen, technisch minderwertig sind und den großartigen Originalen nicht gerecht werden. Hoffentlich kommt diese Botschaft an, bevor noch mehr große Klassiker unter minderwertigen Portierungen leiden.

Tags: Retro   Remake  

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