Tim Berners-Lee: Der Vater des Internets ist enttäuscht

von Sören Wetterau (13. März 2018)

Vor fast genau 29 Jahren hat Tim Berners-Lee am CERN das World Wide Web erfunden. Eine Technologie, die heute fest zum Alltag dazu gehört. Berners-Lee zeigt sich allerdings in einem Gastbeitrag in der englischen Zeitung The Guardian enttäuscht vom aktuellen Zustand des Internets.

Dank dem Internet sind Spiele wie Fortnite und co. heute problemlos möglich:

Berners-Lee geht es dabei in erster Linie nicht um den moralischen Verfall und den rauen Umgangston, der sich auch in Videospielen wiederfinden lässt. Stattdessen ist er besorgt über die großen Online-Konzerne, die eine enorme Machtkonzentration besitzen. Ebenjene Firmen wie Google oder Facebook haben laut ihm die "Kontrolle darüber, welche Ideen und Meinungen gesehen und geteilt werden." Das Internet werde somit unter anderem als Waffe eingesetzt.

"In den letzten Jahren haben wir beobachten können, wie Verschwörungstheorien auf "Social Media"-Plattformen tendenziell zunehmen, gefälschte Twitter- und Facebook-Accounts soziale Spannungen schüren, externe Akteure sich in Wahlen einmischen und Kriminelle persönliche Daten stehlen."

Die Gesellschaft erwartet, dass die großen Konzerne diese Probleme lösen, so Berners-Lee weiter. Das würden diese auch versuchen, allerdings würde jede Veränderungen Millionen von Menschen betreffen und schlussendlich liegt die Verantwortung dafür bei Unternehmen, die auf Gewinnmaximierung und nicht auf sozialen Nutzen aufgebaut sind. "Ein rechtlicher oder ordnungspolitischer Rahmen, der soziale Ziele berücksichtigt, kann dazu beitragen, diese Spannungen abzubauen", schreibt Berners-Lee.

Dafür benötigt es zuerst aber die Verkleinerung der von ihn bezeichneten "digitalen Kluft", die Menschen mit Internetanschluss von den Menschen ohne Internetzugang trennt. Durch solch eine Kluft entstehen laut dem Internet-Erfinder Ungleichheiten, die zunehmend eine "ernstzunehmende globale Bedrohung" darstellen.

Wenn dieses Problem weiterhin nicht ernsthaft betrachtet wird, erwartet Berners-Lee, dass bis 2042 über eine Milliarde Menschen ohne Internet sein werden. Eine komplette Generation sei dann abgehängt.

Tags: Politik  

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