E-Sport: Olympischer Sportbund kritisiert Pläne der Koalition

von Sören Wetterau (22. März 2018)

Bildquelle: esportbund.deBildquelle: esportbund.de

Als einen "Angriff [...] auf die Autonomie des Sports" bezeichnet der Deutsche Olympische Sportbund die E-Sport-Pläne der neuen Bundesregierung. Die große Koalition will bekanntlich dem E-Sport in Deutschland das Vereins- und Verbandsrecht ermöglichen. Der eSport-Bund Deutschland hält die Kritik des DOSB wiederum für nicht verständlich und sieht Chancen in einem dialoghaften Prozess.

Spiele wie League of Legends gehören zum E-Sport fest dazu:

Was genau ist vorgefallen? SPD, CDU und CSU haben sich vor kurzem auf einen Koalitionsvertrag geeinigt, der die Grundlage für die aktuell neue Bundesregierung stellt. Darin ist unter anderem in einem der Ziele formuliert, dass der E-Sport ganz offiziell im Vereins- und Verbandsrecht anerkannt werden soll. Dies kann die Politik jedoch nicht auf eigene Faust entscheiden. Dafür zuständig ist nämlich in erster Linie der Deutsche Olympische Sportbund, der sich in einer Willkommensnachricht an die neue Bundesregierung nicht allzu erfreut zeigt.

Laut dem DOSB sei dieser Abschnitt im Koalitionsvertrag "[d]em populären Zeitgeist" geschuldet. Weiter heißt es:

"Dies kann man als klaren Angriff der Fachpolitiker im Bereich Digitales, ohne die Sportpolitiker oder gar den DOSB als Dachorganisation des organisierten Sports in Deutschland zu beteiligen, auf die Autonomie des Sports verstehen. Dabei wäre gerade auf diesem Gebiet die Dialogbereitschaft inklusive eines ergebnisoffenen Arbeitsprozesses, den sich der DOSB für die kommenden Monate auferlegt hat, von besonderer Bedeutung. Einseitige Eingriffe und Vorgaben der Politik werden zu keinen konkreten Maßnahmen im Bereich des organisierten Sports führen."

Klare Worte, die den eSport-Bund Deutschland in Person des Präsidenten Hans Jagnow zu einem eigenen Kommentar anregen. Dieser bezeichnet die Kritik der DOSB als "nicht verständlich" und begrüßt stattdesen den politischen Willen der Bundesregierung. Als einen "Angriff auf den organisierten Sport" will er diese Maßnahme allerdings nicht verstehen. Der eSport-Bund Deutschland sei genauso wie der DOSB an einem ergebnisoffenen und dialoghaften Prozess interessiert.

"Die Politik muss aber dort tätig werden, wo es um den staatlichen Sportbegriff geht. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit als Sport ist aus Sicht des ESBD der erste Schritt, den die neue Bundesregierung jetzt schnell umsetzen muss. Das schafft überhaupt erst die formalen Voraussetzungen für Aufnahmeprozesse in den Dachverbänden des Sports in Bund und Ländern und bringt den Dialog auf Augenhöhe. Mit dieser Dualität zwischen Politik und Verbänden wird die gesamte Gesellschaft im Diskussionsprozess mitgenommen."

Ohne Gespräche zwischen den Organisationen wird es so oder so nicht gehen. Schließlich ist weiterhin unklar, welche Disziplinen genau unter dem recht oberflächlichen Begriff E-Sport fallen und wie dessen olympische Zukunft aussieht.

Shooter wie Counter-Strike - Global Offensive oder MOBAs wie Dota 2 und League of Legends dominieren weltweit den E-Sport. Ob diese Spiele eventuell in Zukunft offiziell als Sport in Deutschland gelten, bleibt abzuwarten.

Tags: E-Sport   Politik  

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