DSGVO: Einige Online-Spiele werden deswegen abgeschaltet

von Sören Wetterau (08. Mai 2018)

Ab dem 25. Mai 2018 gilt in allen Ländern der EU die neue Datenschutz-Grundverordnung, die die Privatssphäre von EU-Bürgern besser schützen soll. Eine an sich in der Theorie gute Idee, die jedoch so manchen Indie-Entwickler vor Probleme stellt: Die Umsetzung der DSGVO ist anspruchsvoll. Aus diesem Grund werden sich demnächst zwei Online-Spiele verabschieden.

Große MMOs wie World of Warcraft werden jedoch auch in Zukunft in Europa spielbar sein:

Ragnarok Online und Super Monday Night Combat werden mit der Einführung der DSGVO ihren Dienst einstellen, wie Heise berichtet. Die Vorgaben der Grundverordnung sind zu aufwändig, um sie umsetzen und somit sei es für den Hersteller nicht mehr lohnenswert, die Spiele anzubieten. Bei Verstößen gegen die DSGVO drohen Strafen in Höhe von zwei bis vier Prozent des weltweiten Unternehmensumsatzes oder zehn bis 20 Millionen Euro, je nachdem was höher ist.

Die Gefahr ist deshalb für kleine Entwickler viel zu groß. Zwar bedeutet deren Rückzug nicht, dass es bei ihnen zwangsläufig Probleme mit dem Datenschutz gibt, aber eventuell reicht das Budget nicht für eine umfassende juristische Prüfung. Für das DSGVO muss ein Unternehmen dokumentieren, welche Daten erhebt und verarbeitet werden und zu welchem Zweck. Zudem muss die Datenschutzbestimmung zwingend an das europäische Niveau angepasst werden und wenn Daten gelöscht werden, muss dies dokumentiert sein.

Hinzu kommt der Jugendschutz, bei dem das Alter noch mehr im Fokus steht. Laut dem Anwalt und Spielerechtberater Felix Hilgert von der Anwaltskanzlei Osborne Clarke ist es jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, wie Unternehmen das Alter eines Nutzers sinnvoll überprüfen können. Ebenso wenig ist geklärt, wie ein Anbieter klar herausfinden kann, dass die Eltern eines Minderjährigen zugestimmt haben.

Was das Gesetz noch für Gamer bedeutet, könnt ihr in unserem Special "Neuer Datenschutz: Das passiert bald mit euren Nutzerdaten" nachlesen.

Immerhin: Große Hersteller dürften angesichts ihrer zumeist vorhandenen Rechtsabteilungen kaum Probleme mit dem DSGVO bekommen. Bei kleineren (Online-)Spielen könnte es jedoch in Zukunft öfters passieren, dass diese erst gar nicht in Europa an den Start gehen.

Tags: Multiplayer   Politik  

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