Active Shooter: Kritik gegen Valve aufgrund von Amoklauf-Spiel

von Sören Wetterau (25. Mai 2018)

Es ist ein Spiel, bei dem die Kontroverse vorprogrammiert ist: Am 6. Juni soll auf Steam Active Shooter erscheinen. Ein Ego-Shooter, in dem der Spieler die Möglichkeit erhält, an einer Schule einen Amoklauf zu begehen und auf Zivilisten zu schießen. Die britische Wohltätigkeitsorganisation Infer Trust fordert Valve als Steam-Betreiber nun dazu auf, das Spiel zu entfernen.

Die Entwickler von Active Shooter, das Studio Revived Games und Hersteller ACID, beschreiben das Spiel auf der Steam-Produktseite derweil als Simulation: "Active Shooter ist im Wesentlichen ein dynamischer SWAT-Simulator, in dem den Spieler dynamische Rollen geboten werden." Demnach können Spieler sowohl den Amokläufer als auch ein Mitglied des SWAT-Einsatzteams spielen. Die Präsentation erinnert dabei zuweilen an ein Simulationsprogramm der US-Armee, welches Lehrer auf einen Amoklauf vorbereiten soll.

Der Trailer auf der Produktseite von Active Shooter zeigt jedoch Anzeichen dafür, dass es sich hierbei nur bedingt um eine Simulation handelt. In dem fast zweiminütigen Video wird ausschließlich die Rolle des Amokläufer gezeigt, der auf unschuldige Zivilisten schießt, die offenbar ohne Ausnahme weiblich sind. In den Steam-Foren hagelt es neben Begeisterung auch zahllose Kritik.

Deutlich offensiver wird die britische Organisation Infer Trust, die Valve um ein Verbot des Spiels bittet. Eine Sprecherin zeigt sich in einem Interview mit BBC schockiert:

"Seit Anfang dieses Jahres gab es 22 Schießereien in den USA. Es ist entsetzlich. Warum sollte jemand denken, dass es eine gute Idee ist, so etwas Gewalttätiges zu vermarkten und für den Tod so vieler Kinder völlig unempfindlich zu sein? Wir sind entsetzt, dass das Spiel vermarktet wird."

Mittlerweile hat sich der Hersteller in einem Beitrag auf Steam zu Worte gemeldet. Darin heißt es, dass Active Shooter "keine Art von Gewalttaten, insbesondere keine Massenerschießungen" fördert. Zu Beginn der Entwicklung sei das Spiel noch als reines SWAT-Spiel ausgelegt gewesen. Erst danach habe sich das Team dazu entschieden, weitere Rollen, die des Amokläufers und die der Zivilisten, zu implementieren.

"Nachdem ich so viel Kritik und Hass erhalten habe, werde ich die Rolle des Schützen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung entfernen, es sei denn, es kann so bleiben, wie es jetzt ist."

Letzteres liegt nun in der Hand von Valve, die von Acid ebenfalls kontaktiert worden sind. Der Steam-Betreiber hat sich jedoch bislang nicht dazu geäußert.

Active Shooter zeigt dabei erneut die Schwächen von Steam Direct auf. Über das Programm kann quasi jeder, der eine Gebühr von 100 US-Dollar entrichtet, ein Spiel auf Steam veröffentlichen. Zwar gilt es sich an bestimmte Regeln zu halten, aber immer wieder kommt es vor, dass sich Spiele daran vorbeischleichen.

Tags: Steam  

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