Einreiseverbot: Geflüchteter entwickelt Spiel über Flucht - und darf nicht einreisen

von Chiara Bruno (30. Mai 2018)

Im vergangenen November erzählten wir euch die Geschichte von Abdullah Karam, der zusammen mit dem deutsch-österreichischen Team Causa Creations das Spiel Path Out entwickelte. Path Out lässt euch die Flucht des jungen Syrers nach Deutschland erleben. Nun wurde sein Spiel für den Indie Prize award nominiert. Dafür müsste er eigentlich nach London reisen. Doch das darf er nicht.

Hier seht ihr das Spiel, das euch eine Flucht miterleben lässt:

Wie das englischsprachige Magazin gamesindustry berichtet, lebt Karam zurzeit in Österreich. Hier erhielt er den Status als Flüchtling. Damit war es ihm zuvor erlaubt, einige europäische Länder ohne Probleme zu bereisen. Um Ende Mai nach England zu reisen und am Event teilzunehmen, brauchte Karam ein Visum. Trotz zahlreicher Interviews und einer ausführlichen Bewerbung auf ein Visum, durfte der Entwickler schlussendlich nicht einreisen.

Das Team musste nun ohne ihn anreisen

Einer der Gründe sei wohl gewesen, dass der Gutachter Karam zutraue, dass er England nach dem geplanten Aufenthalt nicht verlasse. Die "Bedingungen für ein Visum" habe er schlussendlich "nicht erfüllt". In einer E-Mail an Kotaku schreibt ein Kollege Karams, namens Georg Hobmeier, dass die Entscheidung "lächerlich" sei.

"Einige Fakten waren einfach falsch und das Hauptargument beruhte auf einem fehlenden, nicht obligatorischen Gegenstand."

Bei diesem Gegenstand handle es sich wohl um einen Nachweis über sein Einkommen. Laut des Kollegen und Karam sei der Nachweis zuvor keine Bedingung für ein Visum und optional gewesen. Stattdessen habe er Dokumente seiner Firma als Beleg für sein Einkommen eingereicht, im Glauben, es genüge. Hobmeier glaubt außerdem, dass die Entscheidung mit einer negativen Haltung Europas gegenüber Flüchtlingen liegen würde.

"In Österreich haben wir eine traurige Tradition, an vorderster Front des Rechtspopulismus zu stehen, schwere Diskriminierung von Flüchtlingen und hasserfüllte Rhetoriken sind seit Jahrzehnten Teil unseres politischen Diskurses. Es ist traurig und beschämend, aber leider wahr. Andere europäische Länder sind in letzter Zeit sicherlich auf diesen Zug aufgesprungen und wir sehen einen zunehmend giftigen Ton, der sich gegen Migranten richtet (...)"

Auch wenn Path Out nominiert ist, hat Karam seine Chance verpasst, am Indie Prize award teilzunehmen, da dieser gerade stattfindet. Welche Gründe nun wirklich gegen seine Einreise gesprochen haben, wird wohl unklar bleiben.

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