The Last Of Us - Part 2: Gewaltdarstellung soll euch zum Nachdenken bringen

von Marvin Heiden (13. Juni 2018)

In einem Interview mit Kotaku sprach Neil Druckmann, der Creative Director von The Last Of Us – Part 2, über den Gewaltgrad der Trailer, die bisher gezeigt wurden. Vor allem der vor kurzem veröffentlichte Gameplay-Trailer geizt bekanntermaßen nicht mit brutalen und schockierenden Szenen. Beispielsweise werden dort mehrere Feinde von eurem Hauptcharakter Ellie aus nächster Nähe mit Schuss- und Nahkampfwaffen zur Strecke gebracht, wobei große Mengen Blut fließen.

Falls ihr euch für den neuesten Trailer interessiert, solltet ihr besser nicht zimperlich sein:

Wie dem Statement von Neil Druckmann zu entnehmen ist, war von den Entwicklern jedoch durchaus beabsichtigt, dass ihr euch beim Schauen des Trailers unwohl fühlen sollt: „Wir machen ein Spiel über den Teufelskreis der Gewalt und wollen damit Stellung nehmen, wie Gewalthandlungen Einfluss auf euren Charakter nehmen, der sie ausführt, und die Personen, die ihm nahestehen.“

Angeblich war der Anspruch der Entwickler, die Gewalt so „realistisch“ wie möglich darzustellen. Dazu hätten sie sich beispielsweise sogar Referenzvideos von Messerstechereien und anderen Tötungsakten angesehen und daraus geschlossen, dass es „abstoßend und schmutzig zugeht, und nicht so hygienisch wie es in den meisten Filmen und Spielen gezeigt wird“.

Bei der Vermarktung des Spiels würden die Entwickler daher auch bewusst auf die Verwendung des Wortes „spaßig“ ("fun) verzichten und stattdessen von „fesselnd“ ("engaging") sprechen. Insofern solltet ihr also nicht erwarten, ohne Rücksicht auf Verluste durch Gegnerhorden marschieren zu können. Stattdessen sollt ihr die Auswirkung eurer eigenen Verrohung am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Erst kürzlich haben wir in einem Artikel die Frage behandelt, was Gewalt mit den Spielenden macht: Gewalt in Games: Das sind unsere Grenzen. Es ist fraglich, ob die Intention der Entwickler auch wirklich bei den Konsumenten ankommen wird. Oder ob der hohe Grad an Gewalt nicht eher - wie in den meisten Videospielen - als spektakuläres Gimmick rüberkommt. Die Reaktionen des Publikums während der Vorstellung des Trailers - mitunter Applaus und Jubelrufe bei den brutalsten Szenen - unterstreichen diese Skepsis.

Abzuwarten bleibt, ob die bedrückende Stimmung über das ganze Spiel hinweg aufrechterhalten werden kann und wie realistisch die Kämpfe letztendlich wirklich sind. Wie denkt ihr über den Ansatz, Gewalt nicht mehr als cool oder elegant darstellen zu wollen und an ihre Stelle Unordnung und Brutalität als Stilmittel zu verwenden? Wird der gewünschte Effekt dadurch erreicht oder schießen die Entwickler übers Ziel hinaus? Diskutiert in den Kommentaren.

Tags: Horror   Singleplayer  

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