Überwachung: Software sammelt für Spielestudios Daten von Steam-Nutzern

von René Wiesenthal (20. Juni 2018)

Wie Kotaku berichtet fiel Steam-Nutzern kürzlich eine Software auf, die ihren Spielen teilweise beiliegt und zusammen mit diesen installiert wird. Es handelt sich um ein Programm, das Informationen über die Nutzer sammelt. Nachdem ein Aufschrei laut wurde, zeigte sich dahinter ein Marketing-Unternehmen namens Red Shell, das Videospielunternehmen hilft, ihre Zielgruppe besser durch Werbung ansprechen zu können.

TESO ist eines der Spiele, mit denen sich die Software installiert:

Die Software wurde bisher in über 50 Spielen gefunden. Darunter The Elder Scolls Online, Conan Exiles, Hunt – Showdown und Civilization 6. Zu den gesammelten Daten gehören unter anderem Betriebssysteme, Browser-Versionen und die IP-Adresse der Steam-Nutzer. Persönliche Information sammle das Unternehmen nicht, sondern betrachte nur bestimmte computerseitige Aspekte der Nutzung, wie es auf der offiziellen Homepage mitteilt. Steam-Nutzer bezeichnen die Software dennoch abfällig als Spyware, also Überwachungs-Programm.

In einem Reddit-Posting von User Alexspeed75 werden die Vorgänge seitens der Spieleunternehmen überwacht und Updates zu Studios geteilt, die auf die Proteste reagieren und das Programm aus den Downloads entfernen. Alexspeed75 sieht sich und andere Nutzer hintergangen. Die Formulierungen von Red Shell seien verharmlosend, ein Programm von jemandem, dem er "nicht traut und nicht eingeladen" habe, sei gegen seinen Willen.

Auch Conan Exiles lag die "Red Shell"-Software bei.Auch Conan Exiles lag die "Red Shell"-Software bei.

Neben der Entfernung der Software aus den Downloads, äußern sich Spieleunternehmen mittlerweile auch zu den Vorwürfen und der Empörung der Spieler. So beteuern die Entwickler von Dead By Daylight – die die Software entfernt haben - nicht vorgehabt zu haben, Nutzerdaten weiterzugeben, sondern lediglich die Effizienz der eigenen Marketing-Kampagnen prüfen zu wollen. Der Entfernung folgten bisher unter anderem Bethesda und die Macher von Warhammer – Vermintide 2.

Auf eine Anfrage von Kotaku äußerten sich Red Shell enttäuscht. Die Tätigkeiten des Unternehmens würden von einigen Spielern in ein falsches Licht gerückt. Ziel sei es nicht, Werbebotschaften zu streuen oder Daten zu sammeln, um sie zu verkaufen. Vielmehr ginge es darum, zu überwachen, wie gut schon laufende Werbekampagnen funktionieren. Dazu sammle das Unternehmen nur ein absolutes Mindestmaß an technischen Daten.

Was haltet ihr von diesem Vorgehen? Findet ihr es harmlos, dass überprüft wird, wie gut die Werbung funktioniert oder fühlt ihr euch betrogen, da euch möglicherweise ungefragt eine solche Software installiert wurde? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

Tags: Online-Zwang   Steam  

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