Hakenkreuze in Videospielen: In Zukunft unter Umständen erlaubt

von Sören Wetterau (09. August 2018)

Wolfenstein 2 - The New Colossus erschien in Deutschland ohne verfassungsfeindliche Symbole.Wolfenstein 2 - The New Colossus erschien in Deutschland ohne verfassungsfeindliche Symbole.

Videospiele, die verfassungsfeindliche Symbole zeigen, wurden in der Vergangenheit von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle ausgeschlossen. Das ändert sich mit dem heutigen Tage, wie die Behörde selbst offiziell bekannt gibt. Demnach darf die USK zukünftig die Sozialadäquanzklausel bei Videospielen anwenden.

Spiele wie Wolfenstein 2 könnten in Zukunft eventuell unverändert in Deutschland erscheinen

Die Verwendung von Hakenkreuzen und anderen verfassungsfeindlichen Symbolen ist in Deutschland streng geregelt. Nach Paragraph 86 des Strafgesetzbuches ist die Verbreitung streng verboten und ein Verstoß kann zu empfindlichen Geld- und Freiheitsstrafen führen. Es gibt allerdings eine Ausnahme: In Absatz 3 des Artikel 86 heißt es, dass die Verwendung etwaiger Symbole gestattet ist, wenn sie "der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient".

Diese sogenannte Sozialadäquanzklausel findet bei Filmproduktionen oder Serien regelmäßig Anwendung. Bei Videospielen ist das bislang aufgrund eines Urteils aus dem 1998 nicht der Fall gewesen. Im Fall des Ego-Shooters Wolfenstein 3D hat das damals zuständige Gericht entschieden, dass Videospiele keine verfassungsfeindliche Symbolen zeigen dürfen. Die USK ist dieser Rechtssprechung gefolgt und hat Spielen, die entsprechende Symbolik enthalten haben, eine Alterseinstufung konsequent verwehrt.

Mit dem heutigen Tage ändert sich das. Laut der USK habe sich die "Rechtsauffassung der zuständigen Obersten Landesjugendbehörden" geändert. Bislang war es so, dass Antragssteller bei der USK versichern mussten, dass ihre Videospiele keine verfassungsfeindlichen Symbole gemäß Paragraph 86 StGB enthalten. Das ist fortan nicht mehr nötig.

Die USK wird jedes Spiel annehmen und im Einzelfall entscheiden, ob die Voraussetzungen für eine Anwendung der Sozialadäquanzklausel erfüllt sind. Eine generelle Ausnahme stellt diese Änderung somit nicht dar. Spiele, die etwa verfassungsfeindliche Symbole zur reinen Glorifizierung nutzen, werden von der KLausel nicht abgedeckt. Auf der anderen Seite können Produktionen wie Attentat 1942, die sich geschichtlich mit dem Zweiten Weltkrieg auseinandersetzen, auf eine Veröffentlichung in Deutschland hoffen.

Die Änderung der USK gilt übrigens nicht nur für neue Spiele. Hersteller können auch ältere Spiele zu einer erneuten Prüfung einreichen, um so die Originalfassungen in Deutschland veröffentlichen zu können. Ob dies der Fall sein wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Tags: Politik   Uncut  

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