Hakenkreuze in Videospielen: Die Industrie begrüßt die USK-Änderung

von Sören Wetterau (14. August 2018)

Es war eine der überraschendsten Neuigkeiten der letzten Woche: Die USK wird fortan die Sozialadäquanzklausel bei Videospielen anwenden. Somit ist es möglich, dass in Zukunft auch verfassungswidrige Symbole wie das Hakenkreuz in Deutschland nicht zwingend zensiert werden müssen. Die Spieler freut es, aber wie sieht es die Branche selbst?

Könnte eventuell noch einmal neu geprüft werden: Wolfenstein 2 - The New Colossus

Die Kollegen von GamesWirtschaft haben einmal bei verschiedenen Firmen und Organisationen nachgefragt, wie sie die Entscheidung der USK sehen. Die meisten Vertreter begrüßen diese, wollen sich aber bezüglich zukünftigen Spielen oder erneuten Prüfungen bereits veröffentlichter Produktionen nicht direkt äußern.

Bethesda als Hersteller von Wolfenstein 2 - The New Colossus, welches im vergangenen Jahr in Deutschland in einer angepassten Version erschienen ist, steht dabei besonders im Mittelpunkt. Hier heißt es laut GamesWirtschaft, dass die Zenimax Germany GmbH, die deutsche Niederlassung von Bethesda, noch keine endgültige Entscheidung getroffen hat. Eine ausführliche Stellungnahme soll erst später erfolgen.

Ähnlich sieht es bei Electronic Arts aus. Bei Battlefield 5 wird das Unternehmen sowieso weltweit auf die Darstellung von Hakenkreuzen und ähnlichen Symbolen verzichten. Bezüglich älterer Spiele, darunter die "Medal of Honor"-Reihe, würde das Team aktuell analysieren, ob diese noch einmal neu eingereicht werden. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Grundsätzlich begrüßt Martin Lorber, der PR-Direktor von EA Deutschland, die Änderung in einer Stellungnahme gegenüber GamesWirtschaft:

"Wir begrüßen das sehr, denn es zeigt, dass digitale Spiele sich nun gleichberechtigt der gesellschaftlichen Diskussion stellen können."

Ebenfalls positiv sind die Stellungnahmen von Kalypso Media, Ubisoft, die sich der Position des Industrieverbandes Game anschließen, und der Deutschen Bischhofskonferenz.

Die Entwickler des tschechischen Historienspiels Attentat 1942 sind derweil besonders erfreut und kündigen an, dass sie in naher Zukunft eine unzensierte Version ihres Spiels einreichen möchten. Ob diese von der USK akzeptiert wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Tags: Politik   Uncut  

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