Lootbox-Debatte: 16 Länderbehörden schließen sich zusammen; Australien veröffentlicht Studienergebnisse

von Sören Wetterau (18. September 2018)

In Belgien stehen die kontroversen Lootboxen in Videospielen schon seit einigen Wochen auf einer Verbotsliste, nun könnten eventuell in Zukunft weitere Länder folgen. 16 Glückspielskommissionen aus Europa und den USA haben sich zusammengeschlossen, um gegen die Risiken von Lootboxen anzukämpfen, wie Eurogamer berichtet.

FIFA 19 und andere Spiele bald ohne Lootboxen? In Belgien sind solche Systeme vorerst verboten:

Bei dem länderübergreifenden Abkommen sind fünfzehn europäische Staaten und der US-Bundesstaat Washington beteiligt. Ihr Ziel ist es zu verhindern, dass die Grenzen zwischen Videospielen und Glücksspielen noch weiter verschwimmen. Im Fokus stehen dabei Lootboxen und illegale Drittanbieter im Internet, die hinter dem Rücken der Entwickler Glücksspiel-Webseiten aufziehen, die in Verbindung mit populären Videospielen stehen.

Ähnlich wie einst bei Counter-Strike - Global Offensive können auf solchen Online-Portalen Gegenstände eines Spiels als Wetteinsatz genutzt oder für hohe Geldpreise getauscht werden. Bei Playerunknown's Battlegrounds haben die Entwickler aus diesem Grund die Steam-Tauschfunktion deaktiviert.

Die neu gegründete Ländergruppe möchte mit ihrem Zusammenschluss jedoch vorerst nicht ein generelles Verbot für Lootboxen durchsetzen. Stattdessen möchten die Verantwortlichen die Videospielentwickler und Anbieter von Distributionsportalen wie Steam in erster Linie dazu anhalten, mit den Glücksspielbehörden der jeweiligen Länder zusammenzuarbeiten, um Kunden, insbesondere Kinder, vor den Gefahren zu schützen.

Zudem sollen Verbraucherschutzinstitute zukünftig stärker auf Lootbox-Implementierungen achten und sofern ein Hersteller gegen Gesetze verstößt, umgehende Maßnahmen einleiten.

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Unterschrieben haben diese Vereinbarung die Behörden aus Österreich, Tschechien, Frankreich, Gibraltar, Irland, Isle of Man, Jersey, Lettland, Malta, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Washington State und dem Vereinigten Königreich.

Ergebnis einer australischen Studie

Die australischen Behörden haben sich der Gruppe nicht angeschlossen, aber schon vor Wochen eine eigene Untersuchung bezüglich der Lootboxen eingeleitet. Laut der Webseite Lexology ist die Studie mittlerweile zu dem Ergebnis gekommen, dass Lootboxen psychologisch dem Glücksspiel ähneln.

Über 7.400 Personen wurden bei dieser Studie untersucht. Im Bericht heißt es unter anderem, dass "je schwerer das Problem der Glücksspielteilnehmer war, desto wahrscheinlicher war es, dass sie große Summen für Beuteboxen ausgaben.". Die Ergebnisse sollen zudem darauf schließen lassen, dass Lootboxen auf der psychologischen Ebene nicht mit Sammelkarten vergleichbar sind.

Sowohl der Zusammenschluss der Gruppe als auch das Ergebnis der australischen Studie dienen als weiteres Signal an die Hersteller. Lootboxen und andere Systeme dürften womöglich in Zukunft noch genauer unter die Lupe genommen werden.

Tags: Steam   Politik  

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