Ex-BioWare-Autor sagt: Bessere Grafik geht auf Kosten der Story

von René Wiesenthal (19. September 2018)

Im Rahmen eines Podcast-Interviews mit dem TiC Games Network sprach der ehemalige BioWare-Autor Drew Karpyshyn über Entwicklungen in der Spieleindustrie. Eines seiner Fazits: Wenn die Grafik immer wichtiger wird, leidet der Inhalt.

Ein hübsches Spiel mit schlechter Story? Es wird sich noch zeigen, was Anthem wirklich draufhat:

Drew Karpyshyn kam im Jahr 2000 zu BioWare und hat fortan zwölf Jahre lang als Autor an Spielen wie Star Wars - Knights of the Old Republic, Jade Empire, Mass Effect und Mass Effect 2 gearbeitet. Im "Inner Circle"-Podcast befragten ihn die Redakteure vom TiC Games Network zu seiner Arbeit an diesen Spielen und auch zu Produktionen, an denen er nicht beteiligt ist.

So ging es beispielsweise auch um Anthem, das aktuelle Großprojekt von BioWare. Darauf angesprochen führte Karpyshyn aus, es würden seiner Meinung nach zu viele Ressourcen in der Entwicklung auf die Optik der Spiele verwendet. Spiele sähen dadurch toll aus, ihnen würde es aber zunehmend an Inhalten mangeln.

So habe man Knights of the Old Republic noch mit 60 Leuten gestemmt, während es heutzutage Hunderte von Mitarbeitern zu bezahlen gäbe. Das führe wiederum dazu, dass Autoren eingeschränkt würden, Inhalte hintenanstehen müssten und Komplexität sowie Detailreichtum beim Erzählen nachließen.

Als Beispiel sprach er von Spielen, die auf Motion Capturing und vollständige Synchronisation setzen: Jeder Abzweig von der eigentlichen Handlung müsse von den Schauspielern dargestellt und synchronisiert werden. Die Kosten würden zu groß, um so etwas zu realisieren, wenn nur ein Teil der Spieler diese Abzweige überhaupt zu Gesicht bekäme.

Auch wenn er an dessen Entwicklung nicht beteiligt war, könne er sich auch vorstellen, dass das umstrittene Ende von Mass Effect 3 eine Auswirkung dieser Entwicklung gewesen sei. Es wäre denkbar, dass die Autoren schlicht nicht genügend Zeit bekommen hätten, "alles zusammen zu bekommen." Als positives Gegenbeispiel erwähnte Karpyshyn hingegen die "The Witcher"-Spiele, im Speziellen The Witcher 2 - Assassins of Kings, welches seiner Ansicht nach eine ähnlich gute Erzählstruktur habe wie das klassische Baldur’s Gate 2.

Was sagt ihr dazu, bedeutet mehr Geld für Grafik automatisch, dass Inhalt und Geschichte zu kurz kommen? Oder fallen euch genügend Beispiele ein, in denen beides unter einen Hut gebracht wurde? Schreibt es uns in die Kommentare, wir sind gespannt, sie zu lesen!

Tags: Rumor   Singleplayer   Multiplayer  

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