Protest gegen eSport: Controller auf Fußballfeld geworfen

von Luis Kümmeler (25. September 2018)

Quelle: RTS SportQuelle: RTS Sport

Obwohl das kompetitive Videospiel in Deutschland nach wie vor nicht als Sportart angesehen wird, ist eSport längst auch bei den großen Vereinen etwa der deutschen Fußball-Bundesliga angekommen. Der VFL Wolfsburg etwa heuerte bereits vor zwei Jahren FIFA-Zocker an, der FC Schalke 04 betätigt sich sogar extra interdisziplinär in League of Legends. Einige Menschen sehen diese Entwicklung allerdings äußerst kritisch – und haben nun zu außergewöhnlichen Maßnahmen gegriffen, um dies deutlich zu machen.

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Viele Zuschauer müssen nicht schlecht gestaunt haben, als am vergangenen Sonntag ein Fußballspiel zwischen den Young Boys und dem FC Basel in der Schweiz durch eine jähe Protestaktion unterbrochen wurde. Wie die englischsprachige Associated Press berichtet, hielten schwarz gekleidete Anhänger der Young Boys ein riesiges Banner mit einem Pausezeichen hoch, während sie Dutzende Tennisbälle auf das Spielfeld warfen.

Und nicht nur das: Unter den gelben Wurfobjekten waren vereinzelt nämlich auch Controller einer Spielkonsole auf dem Rasen auszumachen – beschriftet mit Parolen wie „Fuck eSports“. Offenbar ging es den Fußball-Enthusiasten darum, ihren Unmut über das Engagement der Clubs im elektronischen Sport kundzugeben. Lieber sähen sie für eSport eingesetzte Gelder wohl in die eigentlichen Fußballteams investiert. Doch auch das Wohl der Jugend sehen die Fans offenbar gefährdet.

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„Wir als Stadionbesucher müssen uns dagegen wehren, um unseren Sport so zu behalten wie er ist“, so die sogenannte „Ostkurve Bern“ in einer Stellungnahme auf Facebook. „In der heutigen Gesellschaft sitzen Kinder öfters zuhause vor den Konsolen, anstatt sich mit Freunden sportlich zu betätigen. In einem Sportverein werden den Kindern und Jugendlichen wichtige Werte wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und vor allem Freundschaft vermittelt! Dies sind Werte, welche im E-Sport völlig verfehlt werden. Und dies für den Preis des Profits?! Nicht mit uns!“

Übrigens zeigten die Young Boys eindrucksvoll, dass das erhöhte Engagement in den elektronischen Sport zumindest keine großen Negativauswirkungen auf die eigene Leistung zu haben scheint: Nach der knapp zweiminütigen Unterbrechung wurde das Spiel regulär zuende gespielt – mit einem Endstand von 7:1 für die Titelverteidiger.

Was haltet ihr von der Protestaktion der Kickerfans? Begrüßt ihr die Tatsache, dass Fußballvereine in eSport investieren? Teilt eure Meinung mit uns in den Kommentaren!

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Tags: E-Sport   Multiplayer  

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