Sexismusvorwürfe: Mitarbeiterinnen verklagen LoL-Entwickler

von Stephanie Schulze (07. November 2018)

Eine derzeitige und eine ehemalige Mitarbeiterin verklagen ihren (Ex)-Arbeitgeber Riot Games. Das Unternehmen, welches für League of Legends bekannt ist, wird beschuldigt, sexuelle Belästigung von Mitarbeitern zu dulden und Geschlechter zu diskriminieren.

Für dieses Spiel ist das Studio vor allem bekannt:

Anklage erhoben haben Melanie McCracken, seit 2013 Mitarbeiterin bei Riot Games und Jessica Negron, welche 2017 das Unternehmen verlassen hat.

Laut Anklageschrift wurde den Klägerinnen eine gleiche Bezahlung wie ihren männlichen Kollegen aufgrund ihres Geschlechts verwehrt. Die beiden Frauen berichten, dass weibliche Angestellte deutlich zu spüren bekommen, dass männliche Angestellte in sämtlichen Bereichen bevorzugt werden, unter anderem eben bei der Bezahlung und Beförderung.

Das Online-Spiel League of Legends - kurz LoL - ist vielen Gamern bekannt.Das Online-Spiel League of Legends - kurz LoL - ist vielen Gamern bekannt.

Vor einigen Monaten kamen bereits Sexismusvorwürfe gegen Riot Games in die Öffentlichkeit. In der Anklageschrift der beiden Frauen heißt es, dass viele der aufgekommenen Vorwürfe von Riot Games herunterspielt wurden und keine langanhaltenden Maßnahmen ergriffen wurden sind. Einige der Personen, denen Sexismus vorgeworfen wurde, habe das Unternehmen sogar geschützt.

Die beiden Frauen berichten von zahlreichen Sexismusvorfällen im Unternehmen. So solle stets eine Mail umgehen, in der jede Mitarbeiterin von Riot Games auf einer Skala nach ihrer Attraktivität bewertet wird.

Die beiden Frauen berichten, dass Riot Games gezielt nach „Core Gamern“ als Angestellte suche. Unzählige Bewerbungen von Frauen werden angeblich abgelehnt, weil laut Unternehmen nur Männer echte „Core Gamer“ seien. Dem Produzenten Steve Snow wird vorgeworfen, dass er in einer Rede sagte, echte Core Gamer seien „ausschließlich Männer“ und Frauen würden nur angestellt, wenn „sie die Klappe halten und das Spiel spielen“.

Millionen Spieler zocken monatlich LOL.Millionen Spieler zocken monatlich LOL.

In der Anklageschrift werden weitere Beschuldigungen aufgeführt. Es machten beispielsweise Listen unter den Männern die Runde, in denen sie detailliert beschreiben, mit welchen Mitarbeiterinnen sie wie schlafen würden. Die Frauen berichten, dass täglich sexistische und rassistische Bilder und Witze direkt vor den Frauen ausgetauscht werden.

Frauen, die sich den sexistischen Witzen der Männer nicht anschließen, würden als Snobs bezeichnet. Jessica Negron gab an, dass sie innerhalb eines Monates 500 mal das Wort "Schwanz" von männlichen Kollegen gehört habe. Als ein Mann einen Vergewaltigungswitz kritisierte, sei er daran erinnert worden, dass seine „Zeit im Unternehmen knapp bemessen“ sei.

Riot Games hatte schon zuvor auf Vorwürfe reagiert und Änderungen versprochen, jedoch trat bislang laut Klägern keine nennenswerte Änderung ein.

Die Anklageliste ist lang und weist detaillierte Beschreibungen von derzeitigen sowie ehemaligen Mitarbeitern auf. Es wird sich zeigen, wie Riot Games auf diese reagiert und wie der weitere Prozess der Anklage voranschreitet.

Tags: Politik   Rumor  

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