Steam: Indie-Entwickler fühlen sich von neuer Einnahmenpolitik betrogen

von Stephanie Schulze (04. Dezember 2018)

Die Einnahmen der Spiele, welche über die Plattform Steam laufen, gehen zu einem gewissen Prozent-Anteil an das Gründer-Unternehmen Valve. In einer kürzlichen Ankündigung gaben diese bekannt, dass sich die Umsatzbeteiligung zugunsten erfolgreicher Spiele ändern wird. Das sorgt seitdem für viele Diskussionen im Internet.

Große Spiele wie der Landwirtschafts-Simulator 19 werden auf Steam bevorzugt:

Jedes Spiel, welches auf der Plattform Steam veröffentlicht wird, muss einen gewissen Anteil am Gesamtumsatz an Valve zahlen. Steam veröffentlichte nun neue Strukturen, in welcher Höhe diese Umsatzbeteiligungen ausfallen.

Bislang musste jedes Spiel 30 Prozent des Gesamtumsatzes an Steam zahlen. Neu ist nun, dass erfolgreichere Spiele weniger zahlen müssen. Wenn ein Spiel über zehn Millionen Dollar Umsatz macht, müssen nur 25 Prozent abgegeben werden, bei einem Umsatz von über 50 Millionen Dollar werden sogar nur noch 20 Prozent des Gesamt-Umsatzes verlangt. Diese Entscheidung wurde von Steam mit der folgenden Begründung versehen:

„Es ist keine Frage, dass erfolgreiche Spiele und deren entsprechend großes Publikum einen erheblichen Einfluss auf diese Netzwerkeffekte haben. Daher ist es für alle Beteiligten wichtig, sicherzustellen, dass Steam auch weiterhin eine attraktive Plattform für sie darstellt.“

Wie die Webseite Kotaku berichtet, haben viele große Publisher in den vergangenen Jahren darauf verzichtet, ihren AAA-Titel auf Steam zu veröffentlichen. So erschien Call Of Duty – Black Ops 4 lediglich auf Blizzards Battle.net. Auch der Publisher EA lässt seine Spiele über die Software Origin laufen und Fallout 76 wurde ebenfalls nicht auf Steam veröffentlicht.

Alle anderen Fallout-Teile gibt es auf Steam zu kaufen.Alle anderen Fallout-Teile gibt es auf Steam zu kaufen.

Mit dieser neuen Abgabe-Politik soll Steam attraktiver für die großen Publisher werden und zugleich dafür sorgen, dass sich die großen Publisher nicht dafür entscheiden, die Plattform zu verlassen.

Für alle Indie-Entwickler ist diese Entscheidung besonders ärgerlich. Die neuen Umsatzabgaben fördern den Reichtum der teuren Spiele, wie der „Wandersong“-Entwickler Greg Lobanov schreibt:

Steam hat soeben die Regeln geändert, so dass Spiele, welche Millionen Dollar verdienen, eine höheren Prozentsatz ihrer Einnahmen behalten... die Reichen werden reicher. Was für ein Schlag gegen den Rest von uns! Sollte es nicht genau umgekehrt sein?"

Auf Steam wird das Indie-Spiel Wandersong von positiven Wertungen überhäuft, hat jedoch wenig Käufer.Auf Steam wird das Indie-Spiel Wandersong von positiven Wertungen überhäuft, hat jedoch wenig Käufer.

Viele Indie-Entwickler beschweren sich darüber, dass sie seit Oktober schlechter auf Steam ausgespielt werden und starke Umsatz-Einbußen haben, während die großen Titel immer höher gelistet werden. Der Entwickler vom Indie-Studio Vlambeer Rami Ismail meint dazu auf Twitter:

Valve's Statement, umformuliert: Macht euch keine Sorgen, große Spiel-Prdouktionen, wir werden euch freudig unterstützen und euer Einkommen mit den gebrochenen Träumen aufstrebender Entwickler steigern. Denn diese gehen unter, weil sie keinen Einfluss haben und das kümmert uns nicht.

Die Plattformen GOG.com und itch.io geben auch kleinen Entwickler die Chance, höher im Ranking ausgespielt zu werden, jedoch haben sie nicht die Reichweite, wie es die von Valve geführte Spiele-Plattform Steam bietet.

Zu den aufgetauchten Kritiken hat sich Valve bislang nicht geäußert. Glaubt ihr, dass die Vorwürfe der Indie-Entwickler gerechtfertigt sind? Wir freuen uns, wenn ihr eure Meinung mit uns in den Kommentaren teilt.

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