Extrasteuer: So will Pennsylvania gewalthaltigen Spielen die Stirn bieten

von Tom Lubowski (Freitag, 08.02.2019 - 09:51 Uhr)

Im US-Bundesstaat Pennsylvania wurde ein neuer Gesetzesentwurf vorgestellt, wodurch Videospiele für Erwachsene künftig extra besteuert werden sollen. So sollen gewalthaltige Spiele zukünftig mit einem Aufpreis von zehn Prozent belegt werden.

Spiele wie Resident Evil 2 haben nun unter der Sondersteuer zu leiden:

Diese Extrasteuer soll zusätzlich zu den bestehenden Steuern erhoben werden und gilt für alle nicht-jugendfreien Spiele, die im Einzelhandel erworben werden (Variety berichtet). Das hierdurch eingenommene Geld soll in die Verbesserung der Schulsicherheit des Staates Pennsylvania fließen. Vorausgegangen war dem Gesetzesentwurf eine Phase von Umsetzungsversuchen einer solchen Steuer. Bereits im Oktober letzten Jahres forderte der Republikaner Christopher B. Quinn eine solche Steuer, da die ansteigende Gewalt unter Schülern so eingedämmt werden könne, so die Argumentation.

Quinn verwies in seiner Begründung vor allem auf einen Artikel des National Center for Health Research, welcher besagt, dass mehrere Studien zu der Schlussfolgerung gelangten, das Spielen von gewalthaltigen Videospielen könne aggressive Gedanken, Handlungen und Gefühle verstärken und dabei soziale Kompetenzen wie Hilfsbereitsschaft oder Empathie abschwächen. Die Dauer des Konsums scheint hierbei eine entscheidende Rolle zu spielen, denn je länger jemand Videospielen mit Gewaltinhalt ausgesetzt sei, desto intensiver würden diese Auswirkungen zu Tage treten. Ohne Gegenwehr bleibt dieser Feldzug gegen die Videospielindustrie allerdings nicht.

Die Entertainment Software Association, welche mehrere Videospiel-Publisher vertritt, kritisierte die Extrasteuer als "einen Verstoß gegen die US-Verfassung". Wie aus dem Rechtstreit Brown gegen Entertainment Merchants Association & Entertainment Software Association hervorgehen würde, stünden Videospiele im Allgemeinen unter dem "uneingeschränkten Schutz der Verfassung". Auch die Behauptung der Förderung von Gewalt durch entsprechende Videospiele wies die ESA zurück und bot stattdessen dem Staat Pennsylvania an, in Zusammenarbeit Rahmenbedingungen zu entwickeln, welche eine bessere elterliche Kontrolle in Bezug auf den Konsum von Videospielen der Kinder ermöglichen.

Was haltet ihr von diesem neuen Gesetzesentwurf? Denkt ihr andere US-Bundesstaaten könnten diesem Beispiel folgen? Und glaubt ihr, dass uns in Deutschland auch irgendwann eine Extrasteuer für gewalthaltige Videospiele erwarten könnte? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Tags: Politik  

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