Steam: Vergewaltigungs-Game entfernt - irritierendes Statement von Valve

von Tom Lubowski (07. März 2019)

Im Juni 2018 gab Valve bekannt, künftig alle Spiele auf Steam zu erlauben, sofern diese nicht illegal oder das Werk von Trollen seien. Das im April erscheinende Spiel Rape Day ließ nicht wenige an der Korrektheit dieser Entscheidung zweifeln. Nach heftigen Kritiken und zahlreichen Medienberichten entfernte Valve nun das Spiel von der Plattform - und lieferte eine fragwürdige Erklärung dazu.

spieletalks #9: EA, Activison und Co. - Ruinieren große Publisher die Games-Entwicklung?

In Rape Day soll der Spieler die Rolle eines Soziopathen während einer Zombieapokalypse übernehmen. Dieser hält aber nicht nach anderen Überlebenden Ausschau, um sich mit diesen zusammentun und der Bedrohung Herr zu werden. Stattdessen lasse einen das Spiel hilflose Frauen vergewaltigen und umbringen.

Kaum verwunderlich, dass das Spiel bei Usern, die auf Steam darauf gestoßen sind, für Empörung sorgte. Wochenlang gingen Meldungen und Beschwerden zum Spiel bei Valve ein, worüber in den letzten Tagen nicht nur die Spiele- sondern auch die "General Interest"-Presse berichtete – unter anderem der Stern - nachdem User auf Twitter auf das Problem aufmerksam machten und einen Shitstorm auslösten:

Dieser Tweet zeigt exemplarisch, wie das Spiel auf Steam seitens des Entwicklers angeworben wurde. Der Produkttext spricht davon, wie der Spieler in Rape Day Frauen belästigen, vergewaltigen und umbringen könne und dass der Spieler "der gefährlichste Vergewaltiger in der Stadt" sei. Eine Geschmacklosigkeit, die nun Konsequenzen hat.

Denn Valve äußerte sich jüngst via Steam zu dem umstrittenen Spiel, das zwar nicht die Grenzen dessen überschreitet, was das Unternehmen auf Steam gestattet, dafür aber die Grenzen dessen, was viele Spieler billigen und auf einer so großen, populären Plattform sehen wollen.

"Nach umfangreicher Faktensuche und Diskussionen sind wir der Meinung, dass Rape Day unbekannte [...] Risiken und Kosten mit sich bringt und daher nicht auf Steam verfügbar sein wird."

So erklärt Erik Johnson von Valve in einem Beitrag auf der Homepage die Entscheidung, Rape Day nicht mehr über die Plattform zu vertreiben.

Trotzdem wollte man dem "Rape Day"-Macher gern unter die Arme greifen und helfen, dessen Produkt unter die Leute zu bringen. Leider habe sich der Entwickler jedoch "für Inhalte und eine Darstellungsweise entschieden, die es [...] sehr schwer machen, ihm dabei zu helfen, ein Publikum zu finden", so Johnson weiter.

Ein Statement, das wiederum zu Diskussionen führt und Irritationen hervorruft. So beispielsweise bei dem englischsprachigen Gaming-Magazin Kotaku, das sich fragt, wie genau die Aussagen zu verstehen sind, und welche Risiken und Kosten denn im Detail zum Umdenken bei Steam gesorgt hätten.

Das ist nicht das erste Mal, dass Spiele ihren Weg auf Steam finden, die sehr fragliche Inhalte bieten und Steam eher stumm bleibt oder sich raushält, sobald Gegenwind kommt. Was haltet ihr von der Haltung, die Valve in diesem Fall annimmt? Schreibt es uns in die Kommentare!

Tags: Steam  

Nintendo vergisst, dem Spiel eine wichtige Info beizulegen

Startropics: Nintendo vergisst, dem Spiel eine wichtige Info beizulegen

Vor etwa einer Woche erschien das NES-Spiel Startropics für alle "Switch Online"-Abonnenten zum Download. &A (...) mehr

Weitere News

* gesponsorter Link