EA-Umfrage: Wünsche nach Diversität, Sorgen vor toxischer Community

von René Wiesenthal (21. März 2019)

EA hat Ergebnisse einer eigenen Studie veröffentlicht, in der das Unternehmen die Stimmung in der Community abgefragt hat. Wie es darin heißt, sei ein Großteil der Spieler besorgt über toxische Spieler, ein kleiner Teil der Befragten sei sogar weniger gewillt, Spiele zu kaufen, wenn sie inklusive Elemente enthalten.

Auch in spieletalks #12 ging es um Hass in der Community:

Präsentiert werden die Ergebnisse von Jenny Shi, Mitarbeiterin bei EA Global Analytics and Insights, welche die Untersuchung selbst leitete. Sie wollte die Gedanken von Spielern zum Thema Repräsentation, Diversität und Inklusion in Erfahrung bringen, wie sie selbst sagt. Somit bezog sich die Befragung beispielsweise auf Spielelemente wie eine breite Auswahl an Hautfarben und Körpermaßen bei der Charaktererstellung, die Diversität von Figuren, die Relevanz in Spielen haben und – mit Bezug auf Inklusion – das Angebot von Features, die Spielende einschließen, welche körperliche Beeinträchtigungen haben.

Die Befunde zeigen, so Shi, dass Pöbeleien und Widerspruch auf Diversität und Repräsentationsbemühungen in Videospielen (so zum Beispiel auf die Implementierung von LGBTQ-Figuren) eher von einer Minderheit stammen müssten. So sei es 56 Prozent der Befragten wichtig, dass Spiele inklusiver werden sollten, während es für nur 13 Prozent gänzlich unwichtig sei. Auf die Frage wiederum, wie Inklusion das Kauf- oder Spielverhalten der Gamer beeinflussen würde, gaben 45 Prozent an, dass sie Spiele lieber spielen würden, wenn sie inklusiv seien. Immerhin sieben Prozent ließen wissen, dass Inklusion in Spielen sie eher davon abhalten würde, zu spielen, während es auf das Verhalten der restlichen 48 Prozent keine Auswirkung hätte.

Daraus schließt Shi, dass Entwickler sich stärker um Repräsentation und Einbezug bemühen, und sich nicht von negativem Feedback einer möglichen lauten Minderheit abschrecken lassen sollten. Aus Sicht der befragten Spieler gäbe es indes bereits Verbesserungen in diesen Bereichen. So gaben über 50 Prozent aller Befragten an, Repräsentation in Videospielen habe sich in den letzten Jahren verbessert. Doch auch, wenn sich die Industrie stärker um Repräsentation bemühe, so wünschten sich Spielende mehr Authentizität dabei.

Shi sieht die Entwickler und Publisher im Zuge ihrer Untersuchung außerdem in der Pflicht, verstärkt auf toxisches Verhalten in der Community zu reagieren. Ganze 61 Prozent der Probanden seien laut Umfrage nämlich besorgt über Verhalten und Aussagen von Spielern, welche das Klima vergiften. Nicht nur das: Viele Spielende sehen Hürden im feindlichen Verhalten anderer Spieler. Nicht nur, aber vor allem Frauen sähen sich nach wie vor Belästigungen und Anfeindungen ausgesetzt, die sie beispielsweise vom Online-Spielen abhielten. Dazu Shi:

Der nächste Schritt der Untersuchung wird sein, den Fokus auf eine Definition von störendem Verhalten zu lenken, zu identifizieren, was es hervorruft und festzulegen, was die effektivsten Konsequenzen daraus sein sollten.

Die Ergebnisse leitet Shi übrigens mit einer Anekdote aus der eigenen Vergangenheit ein. So sei sie als Kind bei einem "Smash Bros."-Turnier ausgelacht worden, weil sie als Mädchen teilnehmen wollte. Ein Mann, der sich für sie einsetzte, gab ihr dann den Mut, sich davon nicht beirren zu lassen. Sie verlor zwar in der ersten Runde, habe aber dadurch die Ambition bekommen, Gamerin zu werden.

Tags: Politik  

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