Gewalt in Games: Brasilianischer Politiker will brutale Spiele kriminalisieren

von René Wiesenthal (03. April 2019)

Der Gesetzesentwurf eines brasilianischen Politikers könnte die Gaming-Industrie in Brasilien schwerwiegend schädigen. Der Abgeordnete fordert eine Kriminalisierung der Verbreitung von gewalthaltigen Videospielen.

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Gewalt in Videospielen ist nicht nur in Deutschland ein wiederkehrendes Thema politischer Debatten. Auch jenseits des Atlantiks rückt die Darstellung von Gewalt in Games immer wieder in den Fokus von Entscheidungsträgern. In manchen amerikanischen Bundesstaaten wurde in jüngerer Vergangenheit beispielsweise über eine Steuer auf Gewaltspiele nachgedacht.

Ein brasilianischer Politiker geht mit einer geplanten Gesetzesänderung sogar noch einige Schritte weiter. Aus einer Gamerant-Übersetzung eines Artikels des brasilianischen Magazins UOL geht hervor, dass der Bundesabgeordnete Junior Bozzella einen Gesetzesentwurf vorgelegt hat, nach dem gewalthaltige Videospiele illegal werden sollen.

Der Entwurf sehe eine Strafe von drei bis zu sechs Monaten Haft vor, wenn Personen „für sich selbst oder andere elektronische Spiele oder Anwendungen entwickeln, importieren, verkaufen, transferieren, ausleihen, verfügbar machen oder leasen, die zu Gewalt und Straftaten animieren.“

Die Dauer der Haft könne verdreifacht werden, wenn Massenmedien oder das Internet involviert seien. Laut Aussagen von Bozzella seien Videospiele verantwortlich dafür, dass Gewalt trivialisiert werde und es gestörte und gewalttätige Bürger gebe.

Laut Gamerant sei es allerdings noch ein weiter Weg, bis der Gesetzesentwurf tatsächlich zum Gesetz wird. Die Politik müsse erst einmal darüber debattieren und letztendlich auch abstimmen.

Im Fall eines Ausgangs zu Gunsten des Gesetzes könnte ein solches Gesetz schwerwiegende Folgen für die Gaming-Community und -Industrie in Brasilien haben. Vor allem, weil anhand der bisher vorliegenden Formulierung nur sehr vage umrissen ist, um welche Art von Spielen es sich genau handelt, wenn vom „Animieren zu Gewalt und Verbrechen“ die Sprache ist. Es bleibt erst einmal abzuwarten, wie sich dieser Fall entwickelt.

Tags: Politik   Uncut  

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