Microsoft: Das Unternehmen sagt toxischen Nutzern den Kampf an

von AndreasWeidlich (Donnerstag, 02.05.2019 - 14:06 Uhr)

Im Eifer des Spiel-Gefechts fallen schnell verletzende Worte. Microsoft möchte nun entschlossener gegen die toxische Community vorgehen – indem das Unternehmen spielerische Beleidigungen erlaubt und Rüpeln eine zweite Chance eingeräumt.

Gewalt spielen, freundlich bleiben: Kein Widerspruch

Auch die Gaming-Szene bleibt nicht verschont von Anfeindungen, wie Morddrohungen an Anita Sarkeesian oder der Gamergate-Skandal aufzeigen.

Microsoft verschärft nun den Kampf gegen eine toxische Spielkultur und stellt überarbeitete Community-Standards vor: Nach wie vor greift Microsoft hart gegen kriminelle Aktivitäten, Betrugsversuche, Produktpiraterie sowie rassistischer und sexistischer "Hate Speech" durch: Verstöße gegen die lokalen gesetzlichen Bestimmungen können sogar zur Anzeige gebracht werden.

Daneben wirbt das Unternehmen für Werte wie Fairness, Respekt, Toleranz und gegenseitiger Rücksichtnahme und spricht sich für ein insgesamt höfliches Miteinander aus. Einen besonderen Schritt stellt dabei die ausdrückliche Anerkennung eines moderaten „Trash Talks“ dar: Die fehlenden Skills von Mitspielenden und Kontrahenten herauszustellen soll ausdrücklich erlaubt sein – vorausgesetzt, dass die Äußerungen verbal nicht entgleisen und die Würde der Person herabsetzen.

Einen zweiten interessanten Ansatz stellt die graduelle und dosierte Bestrafung dar – Microsoft kündigt an, im Fall von Verstößen in einem ersten Schritt nur bestimmte Dienstleistungen temporär zu sperren: So lassen sich Multiplayer-Modus, Text- oder Sprachfunktionen sowie Streaming-Dienste einzeln sperren. Betroffene Nutzer erhalten so die Chance, das eigene Verhalten in Zukunft zu ändern. Eine dauerhafte Löschung von Profilen und dem damit verbundenem Verlust von Errungenschaften und Inhalten stellt die "Ultima Ratio" für Uneinsichtige oder besonders schwere Verstöße gegen die Nutzungsordnung dar.

So begrüßenswert die angekündigten Schritte auch sein mögen – ob die Community die Änderungen akzeptiert, hängt auch von der Form der Durchsetzung ab. Ob und in welcher Form Microsoft die Bestimmungen gegenüber den Spielenden durchsetzt, bleibt noch offen.

Den Erfolg der neuen Community-Standards bleiben zweifelhaft. Unbestritten hingegen ist, dass Spiele sich auch mit schwierigen Themen wie Politik und Gewalt auseinandersetzen. Interessante Ansätze findet ihr in der Gallerie vorgestellt.

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