Mortal Kombat 11: Entwickler erleidet durch Mitarbeit schwere mentale Störung

von Ove Frank (Donnerstag, 09.05.2019 - 09:28 Uhr)

Dass die "Mortal Kombat"-Reihe mit übertriebener Gewalt daherkommt, ist kein Geheimnis. Doch wie geht es eigentlich den Entwicklern von extrem gewalthaltigen Spielen? Die meisten scheinen damit zurechtzukommen, doch manchmal sieht dies auch ganz anders aus.

Mortal Kombat 11: Der Launch-Trailer gibt schonmal einen kleinen Vorgeschmack auf die Gewaltorgie

Ein Mitwirkender bei der Entwicklung von Mortal Kombat 11 sprach sich anonym bei Kotaku bezüglich seiner Erfahrungen während der Arbeit an diesem sehr gewalthaltigen Spiel aus. Als Beteiligter am Cinematics-Team musste er sich Tag für Tag mit den blutigen und überzogenen Animationen auseinandersetzen.

Ein Teil dieser Arbeit bestand auch darin, nach "blutigem Real-Life-Material" zu recherchieren, um dieses als Referenz für die Cut-Scenes zu nutzen. Das Recherche-Material bestand unter anderem aus Clips von Menschen die gehängt wurden, Fotos von echten Mordopfern, sowie aus Videos mit geschlachteten Tieren.

Dies führte, wie er sagt, zu negativen Konsequenzen für ihn, sodass er grauenhafte Träume bekam, und für Tage jeglichen Schlaf vermied. Das Schlimmste sei jedoch gewesen, verriet er, dass sich neue Mitarbeiter an dem Projekt irgendwann an die Gewalt gewöhnten.

Die blutigen Eindrücke trieben den Entwickler letztlich dazu, sich professionelle Hilfe für den Umgang mit der gesehenen Gewalt zu suchen. Dies führte zur Diagnose, dass er an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide.

Ob besagter Entwickler immer noch bei NetherRealm Studios arbeitet, ist nicht bekannt. Jedoch wurde angedeutet, dass dieser das Unternehmen irgendwann im Jahr 2018 verlassen hätte. Er berichtet zudem, dass auch an anderen Entwicklern und Entwicklerinnen die Arbeit nicht spurlos vorbeigegangen sei.

Dies ist nicht die erste beunruhigende Geschichte bezüglich der Entwicklung von Mortal Kombat 11. Im Bericht von Kotaku ist auch von einer besonders stressigen Schlussphase die Rede - ein Phänomen, das als "Crunchtime" bezeichnet wird und schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt hat.

Diese, zusammen mit der täglichen Begegnung von extremer Gewalt, könnte letztendlich zur posttraumatischen Belastungsstörung des Entwicklers geführt haben. Bislang hat sich NetherRealm hierzu noch nicht geäußert. Es bleibt abzuwarten, wie das Entwickler Studio zu MK11 mit dieser Situation umgehen wird.

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