Videospielsucht: WHO stuft sie als Krankheit ein

von Ove Frank (22. Mai 2019)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun auf ihrer Jahresversammlung beschlossen neben zwanghaftem Sexualverhalten auch Videospielsucht in den offiziellen Krankheitenkatalog aufzunehmen.

Vom 20. bis zum 28. Mai tagt die Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation (meist als WHO abgekürzt). Auf dieser wird unter anderem die weltweit aktuelle Lage zum Thema "Gesundheit und Krankheiten" besprochen.

Dazu gehört dieses Jahr auch die Aktualisierung der "Internationalen Klassifikation der Krankheiten" (ICD-11). Zum ersten Mal seit 30 Jahren wurde dieser Katalog neu gefasst und listet nun etwa 55.000 Krankheiten, Verletzungen und diverse Symptome.

Nun zählt dazu auch offiziell die Sucht nach Video-/Online-Spielen. Diese wird fortan unter dem Code „6C51“ abgekürzt, welcher der besseren Dokumentation und zur genaueren Erhebung von Statistiken dient.

Diese Einstufung der Videospielsucht durch die WHO wird allerdings auch kritisch beäugt. Vor allem die Gaming-Industrie fürchtet nun, dass Menschen die viel spielen als therapiebedürftig eingestuft werden und unter dem ausgrenzenden Stigma einer „Krankheit“ leiden.

Allerdings sieht die WHO die Gefahr einer voreiligen Stigmatisierung nicht: So beginne das Krankhafte erst dann, wenn ein Mensch mehr als zwölf Monate am Stück andere wichtige Aspekte zugunsten des Spielens vernachlässigt, wie zum Beispiel den Umgang mit Freunden oder Körperhygiene.

Was sagt ihr dazu? Ist es eurer Meinung nach richtig, Videospielsucht offiziell als Krankheit einzustufen? Glaubt ihr, dass bald viele Menschen deshalb als krank betrachtet werden? Fürchtet ihr, dass ihr vielleicht sogar selbst dazu gehören könntet? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare.

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