Gaming-Industrie: Bernie Sanders ermutigt die Angestellten Gewerkschaften zu bilden

von Ove Frank (19. Juni 2019)

Dass auch die Videospiel-Branche ein Industriezweig ist, in dem viele Menschen hart arbeiten, mag bei vielen noch nicht recht angekommen sein. Von daher erscheint es schon als ein wenig überraschend, dass sich der prominente amerikanische Politiker und Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders dieser Angelegenheit widmet.

Über das Leid und die harte Arbeit in der Gaming-Industrie haben wir bereits in einem Video diskutiert

Es ist schon länger bekannt, welch einem Stress Videospiel-Entwickler häufig ausgesetzt sind. Speziell in den späten Entwicklungsphasen ihrer Projekte ist zunehmend von der ominösen „Crunch-Time“ die Rede – eine hohe Anzahl an Überstunden, um das Spiel noch zum geplanten Release fertig zu stellen. Nicht selten sind hier von „Hundert-Arbeitsstunden-Wochen“ die Rede.

US-Senator Bernie Sanders, der derzeit als einer der Topkandidaten der Demokraten im Kampf um das Präsidentenamt gehandelt wird, will jetzt gegen die Ausbeutung der Arbeiter in der Videospiel-Branche vorgehen. In einem öffentlichen Tweet ermunterte der 77-jährige die Angestellten dazu sich in Gewerkschaften zu organisieren.

Die Gaming-Industrie hätte im vergangenen Jahr Einnahmen in Höhe von 43 Milliarden US-Dollar erzielt. Die Leute, die diesen Umsatz ermöglicht hätten verdienten es sich organisieren zu können und in Verhandlungen mit ihren Arbeitgebern zu treten, so Sanders.

Gewerkschaften in der Unterhaltungsindustrie gebe es immerhin schon. Der Senator verwies hier auf die IATSE (International Alliance of Theatrical Stage Employees), die Internationale Vereinigung von Theater- und Bühnenangestellten, welche auch Kreative vertritt.

Auch Bewegungen in dieser Hinsicht gebe es bereits: Die „Game Workers“-Bewegung hat es sich zur Aufgabe gemacht, eben jene Organisation der Beschäftigten in der Gaming-Branche voranzutreiben. Sanders nahm in diesem Zusammenhang Bezug auf einen Bericht des Time Magazine, welcher auf die aktuelle Lage dieser Arbeiter hinweist.

Durch die Bildung von Gewerkschaften sollen die Angestellten vor der Willkür ihrer Arbeitgeber, sowie vor Zwängen geschützt werden. Etwas wogegen eine Gewerkschaft vorgehen könnte. Dennoch gibt es auch Kritiker eines solchen Vorgehens, die durch die Bildung von Gewerkschaften unter anderem einen Anstieg der Spiele-Preise befürchten.

Argumente gibt es auf beiden Seiten. Dennoch ist es interessant zu sehen, dass ein prominenter Politiker ein solches Thema in aller Öffentlichkeit anspricht. Wie diese Diskussion weitergeht, bleibt abzuwarten, auch ob diese in der Politik auch in Bälde nach Deutschland kommt.

Tags: Politik  

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