Strafzölle: Sony, Microsoft und Nintendo stellen sich gegen Trump

von Ove Frank (Donnerstag, 27.06.2019 - 17:01 Uhr)

Die von der US-Regierung erwogenen Strafzölle gegen China sind den drei Technologie-Giganten ein Dorn im Auge. Diese Zölle auf chinesischen Importen würden Hersteller und Verbraucher geleichermaßen schaden. Deshalb haben die rivalisierenden Unternehmen einen gemeinsamen Brief an das Amt des Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten geschickt.

Zu einem ebenfalls kontroversen Thema in der Gaming-Branche haben wir in diesem Video diskutiert.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist ein anhaltendes Thema. Die Trump-Administration zieht in Betracht 300 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen auf Import-Güter zu erwirtschaften. Dies betrifft unter anderem auch den Gaming Markt.

Dieser Plan sieht auch einen Gebührenzusatz in Höhe von 25 Prozent auf Videospielkonsolen vor. Unter anderem dagegen wollen Sony, Microsoft und Nintendo vorgehen. In einem Brief geben die Unternehmen an, dass 96 Prozent aller in die USA importierten Gaming-Konsolen in China hergestellt würden.

Wegen des Fachverstandes der vor Ort beschäftigten Arbeiter sei es schwierig, die Produkte woanders herstellen zu lassen. Das Einlernen von neuen Arbeitern in den USA oder in einem Drittland wäre ein riesiger Aufwand, vom logistischen Aspekt einmal abgesehen. Die dadurch entstehenden Kosten seien sogar noch größer als jene, die durch die Extrazölle entstünden.

Auch die Zölle selbst werden harsch kritisiert und ihre möglichen Konsequenzen mit Sorge betrachtet. Die Bestandteile der Konsolen stammen aus aller Welt, zum Teil eben auch aus China, und müssten demnach ebenfalls besteuert werden. In einem Auszug aus dem Brief heißt es:

„Wegen der tiefen gegenseitigen Abhängigkeit von Videospielkonsolen und Spiele-Software, und wegen der Preissensibilität der Käufer, würden Gebührenzusätze auf Gaming-Konsolen nicht nur unseren Unternehmen, den Verbraucher und den Einzelhändlern schaden, sondern genauso auch den tausenden kleinen und mittelgroßen Software- und Extrazubehörherstellern in den Vereinigten Staaten. Auf diese Weise würde es zu einem Welleneffekt kommen, der dem gesamten Gaming-Ökosystem schaden würde.“

Wann und wie genau diese Strafzölle in Kraft treten werden ist noch nicht ganz klar. Tatsächlich gilt es in diesem Zusammenhang das „G-20“-Treffen in Osaka an diesem Wochenende abzuwarten. Die Möglichkeit besteht noch, dass die geplanten Gebührenzusätze zumindest vorerst auf Eis gelegt werden

Tags: Politik  

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