Bundeshaushalt: Offenbar keine weitere Games-Förderung vorgesehen

von Tom Lubowski (28. Juni 2019)

Es steht nicht gut um die geplante Games-Förderung der Bundesregierung: Von einer Aufstockung im Haushaltsplan fehlt jede Spur. Stattdessen wird offenbar zurückgerudert, denn weitere Finanzmittel in diesem Bereich sind nicht vorgesehen.

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Im Jahr 2018 wurde auf drängen der SPD eine Förderung der Games-Branche im Koalitionsvertrag festgehalten (Gameswirtschaft berichtete). Diese sollte über die Jahre sukzessive erhöht werden. Die Aufstockung hat der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), ebenfalls zuständig für Digitales, nicht nur versäumt, der Haushaltsplan der Bundesregierung für das Jahr 2020 sieht überhaupt keine weiteren Finanzmittel für die Games-Branche vor. Für den Herbst 2019 wurden 50 Millionen Euro für die Förderung veranschlagt, ausgezahlt worden ist davon bisher allerdings noch nichts. Welche Spiele schlussendlich gefördert werden, wird noch entschieden.

Kritik darf sich Scheuer deshalb reichlich aussetzen. Der digitalpolitische Sprecher Jens Zimmermann (SPD) meint, durch die Unterlassung der weiteren Förderung gefährde man „den wettbewerbsfähigen Entwicklerstandort Deutschland und Arbeitsplätze“. Mächtig Gegenwind gibt es auch aus der Opposition. Thomas Hacke, medienpolitischer Sprecher (FDP), lässt ebenfalls kein gutes Haar am Verkehrsminister: „Andreas Scheuer ist nicht nur Mautversager, sondern auch Kapitän Rückgratlos.“, kritisiert er die fehlende Förderung. Offenbar seien auf Geheiß von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) die Ausgaben auf ein Minimun reduziert worden, so die Spekulationen. Zudem kommen auf den Bund Milliardenzahlungen aufgrund der geplatzten Autobahn-Maut zu.

Um den weiteren Erfolg zu garantieren sei die Games-Brache auf Planungssicherheit angewiesen, so Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverband "Game". Durch den Wegfall der Fördermittel sei diese Sicherheit nicht nur nicht mehr gegeben, man gefährde auch die qualitativen Standards der deutschen Videospielbranche, so erklärte Falk. Bleibt es bei der ausbleibenden Finanzspritze, dann scheint die Gamesförderung ein ebenso schnelles Ende zu finden wie sie begonnen hat.

Noch ist diese Entscheidung jedoch nicht endgültig. Über den Haushaltsplan muss noch entschieden werden - eine Weiterführung der Games-Förderung kann also noch nachträglich ergänzt werden. Die gamescom 2019 wäre ein guter Moment für die Bundesregierung, um über die Förderung zu informieren.

Tags: Politik  

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