Mordhau: Entwickler dementieren, Frauen und Farbige ausblenden lassen zu können

von Ove Frank (02. Juli 2019)

Der Steam-Hit Mordhau hat schon seit Längerem mit Rassismus- und Sexismus-Problemen zu kämpfen, und das auf verschiedenen Ebenen. Nun befeuert ein Tweet die Debatte erneut, da es scheint, dass sich die Entwickler in gewissen Aussagen selbst widersprechen.

Bisher spielt ihr das Spiel nur als weiße Männer:

Wie PC Gamer berichtet, gab es bestimmte Angaben seitens der Mordhau-Entwickler bezüglich der Zukunft des Spiels. So mache man sich Gedanken, wie weibliche sowie ethnisch diverse Spielecharaktere in das Spiel integriert werden könnten.

Demnach bestünde weiterhin der Plan, diese Integration umzusetzen. Allerdings sprächen einige Spieler mit der Aussage, dass weibliche und dunkelhäutige Kämpfer in dem dargestellten historischen Szenario unrealistisch gewesen seien, einen validen Punkt an - so die Entwickler. Deshalb gelte es den Umgang mit dieser Thematik zu überprüfen.

Im Gespräch mit PC Gamer und in einem Diskussions-Post auf Steam sagten die Macher allerdings Folgendes aus: Es würde mit dem Gedanken gespielt, eine Funktion einzubauen, die Spielern die Auswahl ermögliche, alle Charaktere, die nicht weiß und männlich sind, widerum in der eigenen Sicht als weiß und männlich darstellen zu lassen.

In einem Tweet behaupten die Mordhau-Verantwortlichen nun, dass es diese Pläne bezüglich der Funktion nie gegeben hätte und, dass alle Meldungen, die etwas Gegenteiliges darstellen würden, falsch seien. Man wolle sich diesbezüglich in Kürze offiziell äußern.

Auslöser dieser ganzen Diskussion ist das generelle Problem, dass es in Teilen der Mordhau-Community Rassismus- und Sexismusprobleme zu geben scheint. So gibt es schon seit 2017, noch aus der Alpha-Phase des Spiels stammend, im offiziellen Forum Threads mit fragwürdigen Titeln wie „Post your Kniggas“.

Auf Reddit wird der widerkehrende Rassismus eingehend diskutiert, sogar so weit, dass Spieler Threads gestartet haben, in denen sie verkünden, den Titel nicht mehr spielen zu wollen. Toastedmarsh vertritt hier beispielsweise die Meinung, dass Menschen, die sich im Spiel rassistisch äußern, permanent gesperrt werden sollten, und dass diese sich solche Aussagen nur trauten, da sie sich hinter ihrer Anonymität verstecken könnten.

Die Mordhau-Verantwortlichen sehen sich großen Problemen gegenüber und solange keine entsprechende Software, beziehungsweise nicht ausreichend geschulte Moderatoren die Lage in den Griff bekommen, erscheint es als unwahrscheinlich, dass diese Diskussion bald verstummen wird.

Letzten Endes gilt es zumindest noch das angekündigte Statement der Entwickler abzuwarten und ob, und wenn ja, welche Konsequenzen aus der aktuellen Situation gezogen werden. Generell wird es spannend bleiben zu sehen, wie sich die Lage weiterentwickelt.

Tags: Politik  

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