GameStop: Branchen-Analyst sagt das Ende der Kette voraus

von René Wiesenthal (09. Juli 2019)

Der Branchen-Analyst Michael Pachter erklärt, warum sich die Videospielladenkette GameStop seiner Ansicht nach im stetigen Verfall befindet. Außerdem gibt er eine Einschätzung darüber ab, wie lange das Unternehmen noch existieren wird.

Vergangenheit und Zukunft: Videospiel-Läden - Wie geht es ihnen eigentlich?

Der Bericht, in dem Pachter sich dazu äußert, kommt von der englischsprachigen Seite Business-Insider. Darin wird zu Beginn aufgezeigt, wie sich GameStop in den letzten Jahren wirtschaftlich entwickelt hat und wo die großen Probleme der Kette liegen. Dass GameStop seit einiger Zeit Probleme hat, sich am Markt zu halten, ist bekannt. Gegenüber Business-Insider sagt Pachter:

[GameStop] ist ein schmelzender Eiswürfel. Mit Sicherheit wird es irgendwann verschwinden.

So sei laut Business-Insider in diesem Jahr ein neues Tief erreicht worden, als die Aktien des Unternehmens von 16 US Dollar im Januar auf 5 US Dollar im Juli gefallen seien. Die größte Herausforderung sei es, das Einzelhandelsgeschäftsmodell gegenüber dem immer größer werdenden Markt im Netz – vor allem den digitalen Verkäufen – zu verteidigen.

Dabei fiele es dem Unternehmen besonders schwer, sich weiterzuentwickeln. Aufkäufe seien unüberlegt gewesen, Initiativen halbherzig. Damit stünde sich das Unternehmen, zusätzlich zu den generellen Problemen des sich verändernden Marktes, selbst im Weg. Gemeint ist hier vermutlich beispielsweise die Übernahme von Spring Mobile im Jahr 2013, die nicht zu neuen Einnahmen, sondern nur zu weiteren Verschuldungen geführt hat.

Der Versuch, das Unternehmen Anfang des Jahres zu verkaufen, scheiterte laut Pachter deswegen, weil es zu dieser Zeit unklar gewesen sei, ob die kommende Konsolengeneration möglicherweise ohne Laufwerke auskommt und so der Einzelhandel für Spiele hinfällig hätte werden können. Da Xbox Scarlett und PlayStation 5 auch Disc-basierte Spiele bekommen werden, geht Pachter davon aus, dass GameStop noch mindestens zehn weitere Jahre bestehen können wird. Darüber hinaus, so Pachter, werde es das Unternehmen aber nicht mehr geben. Sobald es nur noch digitale Spiele zu kaufen geben wird, sagt er, wird GameStop verschwinden.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Pachters Prognosen bestätigen. Zum einen sind zehn Jahre eine lange Zeit, in der das Unternehmen beweisen könnte, dass es doch nicht so wenig anpassungsfähig ist. Zum anderen ist die Zukunft physischer Exemplare von Spielen keinesfalls in Stein gemeißelt. So entwickelt sich der Markt zwar deutlich in Richtung digitaler Käufe und Cloud-basiertem Gaming, aber was die übernächste Konsolengeneration mit sich bringen wird, kann dennoch keiner mit Gewissheit voraussagen.

Tags: Politik  

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