Attentate in den USA | User und Industrie reagieren auf Trumps Vorwürfe

von Tom Lubowski (06. August 2019)

Nach zwei Massenerschießungen in den USA innerhalb von 24 Stunden entfacht US-Präsident Donald Trump die altbekannte Killerspiel-Debatte erneut. Viele Politiker pflichten ihm bei. Aber auch Kritik wird laut.

Donald Trump und Videospiele sind gar nicht so verschieden:

Was wir bisher wussten

Kurz nach den beiden Bluttaten in Dayton (Ohio) und El Paso (Texas) meldete sich Trump mit einer "Lösung" des Problems zu Wort. "Wir müssen die Verherrlichung der Gewalt in unserer Gesellschaft stoppen", skandierte der Präsident. "Dies schließt die grausamen Videospiele ein, die heutzutage an der Tagesordnung sind." (Gamerant berichtete). Dabei bekam Trump viel Rückenwind aus dem eigenen Lager, denn nicht wenige Republikaner schlossen sich seinen Aussagen an, so auch der Fraktionsvorsitzende der Republikaner im Repräsentantenhaus Kevin McCarthy.

Kritik kam jedoch aus den Reihen der Demokraten, die nun eine Verschärfung der Waffengesetze fordern. "Die Menschen spielen Videospiele in praktisch jedem anderen Land der Erde. Der Unterschied sind die Waffen", erklärte die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton. Ähnlich sieht dies Strauss Zelnick, CEO von Take-Two Interactive. Dieser macht darauf aufmerksam, dass es sich bei Videospielen um ein Kulturgut handelt, das auf der ganzen Welt konsumiert werde. Der Unterschied bestünde in der Zugänglichkeit von Waffen in den USA, worauf er als das eigentliche Problem verwies (Barron's berichtet).

Was ist neu?

Natürlich lässt die Gaming-Community den Vorwurf nicht auf sich sitzen, gewalthaltige Videospiele würden zwangsläufig solche Taten auslösen. Der Hashtag "VideogamesAreNotToBlame" schwang sich innerhalb von kürzester Zeit mit 40.000 Tweets in die Twitter-Trends auf.

Die Gamingindustrie selbst verzeichnete dagegen schon die ersten Einschnitte aufgrund der beiden Taten. Wie die "Wall Street Journal"-Reporterin Sarah E. Needleman aufdeckte, sind die Aktienkurse von Blizzard Interactive um ganze 6,6 Prozent gefallen. Ebenfalls fuhren Take-Two Interactive (5,9 Prozent) und Electronic Arts (4,5 Prozent) Verlust ein (Vox berichtet).

Trotz all der Gegenreaktionen sieht Trump sich in seiner Haltung bestätigt. Dieser deutete an, dass es möglicherweise künftig Vorschriften für gewalthaltige Videospiele in den USA geben könne. Dagegen will nun der Wirtschaftsverband Entertainment Software Association (kurz: ESA) vorgehen - eine Organisation, die sich unter anderem mit der Wahrnehmung von Videospielen beschäftigt (Gamerant berichtet). Es sieht aus, als stünde der Gaming-Landschaft - zumindest in den USA - ein harter Kampf bevor.

Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich jedoch bereits jetzt schon sagen, dass die beiden Anschläge rassistisch motiviert waren. Im Falle von El Paso verfasste der Täter ein Manifest in dem er sich für Trumps Politik aussprach, zudem nahm er gezielt hispanisch aussehende Personen ins Visier. Auch im Fall von Dayton werden ähnliche Vorwürfe laut, da sechs der Opfer schwarz waren.

Tags: Politik  

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