Walmart | Keine Werbung mehr für Gewaltspiele, aber weiterhin Verkauf von Waffen

von Mandy Strebe (09. August 2019)

Die Debatte um gewalthaltige Videospiele ist in den vergangenen Tagen seitens US-amerikanischer Politiker wieder aufgeflammt. Nun gibt es eine weitere Neuigkeit, die sich in die Diskussion einreiht: Die US-Handelskette Walmart verbietet mit sofortiger Wirkung die Darstellung von Gewalt in ihren Verkaufsräumen, besonders in Bezug auf Videospielen. Der Verkauf von echten Waffen bleibt jedoch weiterhin erlaubt.

Weitere Ausführungen über das Thema Gewalt:

Der Hintergrund

Das Attentat in einem Walmart Supercenter in El Paso am 3. August hat in den Medien und der Politik hitzige Diskussionen über die Videospielbranche ausgelöst. Sowohl Dan Patrick, Vizegouverneur von Texas, als auch US-Präsident Donald Trump sehen die Schuld für solche Ereignisse unter anderem in gewalthaltigen Videospielen und haben sich weitreichend dazu geäußert.

Das geschieht jetzt

Als Reaktion auf diese Geschehnisse hat Walmart nun entschieden, jegliche Darstellung von Gewalt in ihren Märkten zu entfernen. Dazu zählen Plakate, Anzeigen und auch Videospiel-Demos, welche Gewalt präsentieren.

Vice berichtet, dass Walmart-Mitarbeiter Mitteilungen von der Firmenzentrale erhalten haben, in denen sie dazu angehalten sind, diese Maßnahmen sofort umzusetzen. Ein Bild der besagten Mitteilung wurde auch auf Twitter veröffentlicht:

In der Mitteilung wurde vor allen Dingen auf gewalthaltige Demos auf PlayStation- und Xbox-Konsolen hingewiesen. Auch sollen alle Werbemittel entfernt werden werden, welche Spiele bewerben, bei denen es sich um Third-Person-Shooter oder Spiele mit Kampfhandlungen dreht. Das Verbot umfasst neben Videospielen auch Filme und Videos für die Jagd-Saison in der Sportwaren-Abteilung.

Neben all diesen Maßnahmen, wirkt es verwunderlich, dass der Verkauf von Schusswaffen in Walmart weiterhin gestattet ist. Ob diese Maßnahmen als Reaktion auf die Anschuldigungen der Politik oder aus Pietät für die Opfer ergriffen wurden, ist derweil nicht bekannt.

Wieso ist das wichtig?

Das Videospiele als Sündenbock für Vorfälle wie in El Paso herhalten müssen, ist aus Sicht der Spielebranche und der Community immer wieder eine Enttäuschung. Besonders im Hinblick auf den kuriosen Fakt, dass die Darstellung von Gewalt in Videospielen so strikt abgelehnt wird, der Verkauf von Waffen aber weiterhin gestattet wird, lässt das Unverständnis für solche Entscheidungen noch mehr steigen.

Dass die Diskussion um die Auswirkung von Gewalt in Videospielen trotz fehlender wissenschaftlicher Beweise nicht aufzuhören scheint, wogegen offentsichtliche Probleme von der amerikanischen Politik ignoriert werden, ist mühselig und wenig zielführend.

Des Weiteren hat es, wie jetzt am Beispiel von Walmart gezeigt, weitreichende Auswirkung auf das Image von Videospielen und deren Spieler. Wahrscheinlich ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis diese Debatte auch wieder zum Gegenstand der Diskussionen in Deutschland wird.

Fortsetzung des Horror-"Jump and Runs" angekündigt

Little Nightmares 2 | Fortsetzung des Horror-"Jump and Runs" angekündigt

Mit dem charmanten Little Nightmares aus dem Jahr 2017 konnten Bandai Namco Entertainment und Tarsiers Studios (...) mehr

Weitere News

* Werbung