Walmart | Politiker nennt Werbeverbot für Gewaltspiele dumm

von Sören Wetterau (13. August 2019)

Nach zwei Amokläufen ist in den USA erneut eine Debatte um gewalthaltige Videospiele entstanden. Die Handelskette Walmart hat in Zuge dessen beschlossen, keine Werbung für Gewaltspiele auszustellen. Ein US-Politiker geht mit dieser Entscheidung scharf ins Gericht.

spieletalks #16 Gewalt und Sex in Videospielen - ist eines schlimmer als das andere?

Was wir bisher wussten

Die beiden Attentate in Dayton (Ohio) und El Paso (Texas) in der vergangenen Woche haben in den USA zum wiederholten Male eine hitzige Debatte losgetreten. Politiker wie Dan Patrick, Vizegouverneur von Texas, und US-Präsident Donald Trump sehen die Schuld für solche Taten mitunter in gewalthaltigen Videospielen. Seitens der Branche und vieler Spieler hat es dafür bereits Kritik gegeben.

Nichtsdestotrotz hat die US-Handelskette Walmart entschieden, dass sie aufgrund der blutigen Tat jegliche Darstellung von Gewalt aus den eigenen Supermärkten entfernen möchte. Dazu zählen Plakete, Werbebanner und sogar Demos von gewalthaltigen Videospielen auf Xbox- und PlayStation-Konsolen. Der Verkauf von Schusswaffen sei jedoch weiterhin erlaubt.

Was neu ist

Für den US-amerikanischen Politiker Ted Lieu, Vertreter des US-Bundesstaates Kalifornien im US-Repräsentantenhaus, eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. Auf Twitter kritisiert er Walmart scharf und fordert dazu auf, nicht immer Videospiele als Schuldige darzustellen.

Mithilfe von vereinfachten Beispielen zeigt er zudem Fehler in der Überlegung auf, dass ausgerechnet Videospiele Menschen zu solchen Taten veranlassen:

"Liebes @Walmart,

Erinnerst du dich daran, wie: Mario Kart die Leute dazu gebracht, schneller zu fahren? Pac-Man die Leute dazu animiert hat, mehr zu essen? Fortnite einen weißen Extremisten radikalisiert hat, um Lateinamerikaner in einem Laden zu erschießen?

Du respektierst die Opfer von Massenerschießungen nicht, indem du dumme Scheiße erfindest. Hör auf, Videospiele zu beschuldigen."

Lieu ist damit nicht der Einzige, der die Entscheidung Walmarts kritisch sieht. Auf Twitter ist zwischenzeitlich #BoycottWalmart getrendet. Dort rufen vermehrt Nutzer dazu auf, die Läden der US-Handelskette zu meiden.

Gewaltdarstellung in Videospielen ablehnen, aber gleichzeitig den Verkauf von Waffen weiterhin gestatten: Eine solche Entscheidung trifft vielerorts auf Unverständnis. Vor allem, wenn die Diskussion um gewalthaltige Videospiele trotz unzureichender wissenschaftlicher Beweise über deren Auswirkung, nie zu einem Ende kommt.

Tags: Politik  

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