E-Sports | Laut DOSB kein "richtiger" Sport

von Tom Lubowski (Mittwoch, 28.08.2019 - 11:59 Uhr)

Seit Jahren tobt die Debatte um die Gleichwertigkeit von E-Sports gegenüber herkömmlichem Spitzensport. Ein Rechtsgutachten des DOSB soll nun Klarheit schaffen.

Auch der Battle Royale-Ableger Fortnite erfreut sich unter E-Sportlern großer Beliebtheit:

Was ist passiert?

E-Sports sind längst kein Randphänomen mehr, das zeigen vor allem die exorbitant hohen Gewinnsummen, die siegreichen Zocker-Athleten im Erfolgsfall winken und zuweilen die der konventionellen Profisportler übersteigen. Trotzdem will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) von einer Anerkennung derartiger Leistungen und einer möglichen Gleichstellung mit den konventionellen Sportdisziplinen nichts wissen (die FAZ berichtet).

Ein 120 Seiten umfassendes Dokument soll nun diese Haltung untermauern und darlegen, warum es sich bei E-Sport um keine sportliche Leistung im Sinne des gängigen Veständnis des Begriffs handeln könne. Das Spielen an der Konsole oder dem PC falle deshalb nicht unter diese Kategorie, da es sich hierbei um keine "Anforderung an die Köperlichkeit" handle. „Das Gutachten bestätigt [...] unsere konsequente Ablehnung zur Aufnahme von E-Sport in den organisierten Sport“, bekräftigte die DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker das Urteil des Gutachtens.

Wieso ist das wichtig für euch?

Dem gegenüber äußert sich der Präsident des Deutschen E-Sportbundes, Hans Jagnow, kritisch. Er bemängelt das Sportverständnis des Bundes und gibt an, dass es bei bereits anerkannten Disziplinen wie Sportschießen, Tischfußball und Darts schließlich auch mehr um Präzision als um den Umfang gehe. Man müsse sich nun entscheiden, ob man in Zusammenarbeit die Zukunft des E-Sports gestalten oder den Sprung in die Digitalisierung verpassen wolle, so Jagnow.

Auch auf politischer Ebene sind E-Sports ein Thema. Im Jahr 2018 schrieb die Bundesregierung das Vorhaben einer entsprechenden Förderung zwar in den Koalitionsvertrag, in der Praxis überlässt man dies aber den einzelnen Landesregierungen. So investiert das Land Schleswig-Holstein beispielsweise dieses Jahr 500.000 Euro in diesen Sektor. Doch selbst durch die Ablehnung des E-Sports seitens des DOSB und der (noch) größtenteils schwachen finanziellen Förderung dürften einschlägige Events wohl auch künftig noch die Massen anziehen.

Um als E-Sportler erfolgreich zu sein muss euch die Steuerung der Spiele in Fleisch und Blut übergeben. Könnt ihr diese Spiele anhand ihrer Tastenbelegung erkennen?

Trotz der rigorosen Ablehnung seitens des Sportbunds gab es im vergangenen Jahr einen Schritt der Annäherung. Inzwischen unterscheidet man beim DOSB zwischen "gewöhnlichen" E-Sports und Sportsimulationen wie FIFA oder NBA. Von einer wirklichen Anerkennung als achtenswerte kompetitive Disziplin scheint man hier aber noch meilenweit entfernt zu sein.

Tags: E-Sport   Politik  

Eines scheint fast fertig, das andere kommt wohl in Fahrt

The Elder Scrolls 6 & Starfield | Eines scheint fast fertig, das andere kommt wohl in Fahrt

Es könnte der Startschuss für den Entwicklungsprozess von The Elder Scrolls 6 sein: Stellenausschreibun (...) mehr

Weitere News

* Werbung