PewDiePie | 50.000 Dollar Spenden an einen großen Kritiker

von Tom Lubowski (Donnerstag, 12.09.2019 - 12:49 Uhr)

PewDiePie feiert in diesen Tagen nicht nur das Erreichen von insgesamt 100 Millionen Abonnenten auf YouTube, der Schwede sorgt auch mit einer riesigen Spende für großes Aufsehen. Begünstigt ist dabei alte Organisation, mit der der Schwede bereits im Konflikt stand.

Was ist passiert?

Überraschend verkündete PewDiePie in einem Video am Dienstag, dass er der Anti-Defamation League (kurz: ADL) - einer Organisation, welche sich gegen Diskriminierung einsetzt - 50.000 US-Dollar spendet.

"Eine Spende an die ADL mag nicht für alle nachvollziehbar erscheinen, zumal sie sich direkt gegen mich ausgesprochen haben".

Gemeint ist damit, dass die ADL in der Vergangenheit öffentlich Stellung gegen den YouTuber bezogen hat, der öfter wegen antisemitischer und rassistischer Inhalte auf dem Kanal in die Kritik geraten ist. Diese Darstellung seiner Person, so schreibt es PewDiePie im Tweet, repräsentiere ihn nicht korrekt. Das habe er in der Vergangenheit oftmals nicht wirklich ernst genommen, nun sei er bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Einigen erscheint dieser Schritt als so undenkbar, dass auf Twitter schnell Verschwörungstheorien entstaden sind, welche unter anderem besagen, PewDiePie sei von der jüdischen Anti-Hass-Gruppe erpresst worden, eine entsprechende Spende zu leisten und seinen Namen so wieder reinzuwaschen. PewDiePie begründet sein Handeln damit, nach Ereignissen wie dem Anschlag von Christchurch nicht mehr hinnehmen zu können, in einem solchen Licht dargestellt zu werden.

Wieso ist das wichtig für euch?

In der Vergangenheit ist PewDiePie bereits häufiger auffällig geworden, weil er mit seinen Provokationen über die Stränge schlug, wie zum Beispiel durch seine rassistische Wortwohl, antisemitischen Äußerungen oder dem Teilen von rassistischen Video-Kanälen. Dieses Verhalten sah auch sein damaliger Kooperationspartner Disney als problematisch an, kündigte die Zusammenarbeit auf und erntete für diese Entscheidung reichlich Lob durch den CEO der ADL, Jonathan Greenblatt.

Auf Twitter beteuert der YouTuber nun durch die Spende die Kontroversen der Vergangenheit hinter sich lassen zu wollen. Auch die ADL äußerte sich öffentlich zu den absurden Spekulationen um mögliche Erpressungen. Die Organisation habe - genau wie der Rest der Welt auch - erst durch die Veröffentlichung von PewDiePies Video von besagter Spende erfahren. Weitere Kommunikation habe es zwischen beiden Parteien nicht gegeben, so heißt es laut einem Bericht von The Verge.

„Ich habe auf dem Weg viele Fehler gemacht, aber ich bin gewachsen.“, resümierte PewDiePie seine YouTube-Karriere.

Viele Fehltritte hat sich der Schwede auf jeden Fall erlaubt, die Beziehung zwischen ihm und YouTube war über Jahre hinweg nicht unbedingt einfach. Mit dieser Spende geht er vielleicht einen seiner ersten großen Schritte in Richtung Versöhnung.

Meinung von René Wiesenthal

Spenden für gute Zwecke begrüße ich grundsätzlich. So natürlich auch diejenigen von PewDiePie - denn, und das muss man anerkennen, die 50.000 Dollar sind bei weitem nicht der erste großzügige Betrag aus der Tasche des YouTubers, der für wohltätige Zwecke eingesetzt wird. Und da es sich hier meiner Ansicht nach nicht um einen bösartigen Unmenschen handelt, sondern PewDiePies Fehltrtitte aus teils extremer Naivität und Ignoranz hervorgehen, sehe ich auch kein Problem darin, wenn seine Spendengelder angenommen werden.

Allerdings ist es schon verwunderlich, dass es 100 Millionen Abonnenten braucht, bis der Mann umzudenken beginnt und seiner Verantwortung nachkommt. Ein Schelm, wer hier denkt, dass es sich nicht um einen Überzeugungsakt handelt, sondern um einen großen PR-Stunt. Mir kann erst einmal beides recht sein, solange die Richtigen davon profitieren.

Wie ernst es PewDiePie mit seinem Sinneswandel ist, kann er allerdings nicht mit einer Verkündung und einer Spende beweisen, es müssen weitere Taten folgen. Kommt der YouTube-Star nun tatsächlich der Verantwortung nach, die er als Vorbild von Millionen Kindern und Jugendlichen hat, achtet er künftig besser darauf, seine Integrität in Sachen Diskriminierungsfreiheit nicht für plumpe Gags oder mangelnde Recherche aufzugeben. Ich bin gespannt!

Tags: YouTube  

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