Steam | Gericht erlaubt, digital erworbene Spiele weiterzuverkaufen

von Tom Lubowski (Freitag, 20.09.2019 - 11:27 Uhr)

Seit Jahren pocht Valve darauf, dass die Steam-Nutzer ihre Spiele nicht weiterverkaufen dürfen. Ein Gericht in Frankreich sieht dies allerdings als rechtswidrig an - eine Entscheidung, die einige Änderungen mit sich bringen könnte.

Was wir bisher wussten

Die französische Verbraucherorganisation UFC Que Choisir hat beim Pariser Bezirksgericht Klage gegen den Steam-Beitreiber Valve eingelegt, da der Entwickler es seinen Nutzern in den Vertragsbedingungen verbietet, die auf der Plattform erworbenen Spiele wieder zu verkaufen.

Was neu ist

In einem Urteil des Gerichts vom 17. September 2019 bekam die Verbraucherorganisation in diesem Fall Recht und erzielte damit einen möglicherweise entscheidenden Schlag gegen die Restriktionen des digitalen Warenverkehrs, speziell gegen jene auf Steam (Next Inpact und Numerama berichten).

Unter Rückgriff auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2012, welches einer digitalen Transaktion auch die Übertragung der Eigentümerrechte einräumt, kamen die Richter des Pariser Bezirksgerichts zu dem Schluss, dass folglich auch die auf Steam erworbenen Produkte den Käufern gehören müssen. Die Kunden hätten die entsprechenden Spiele schließlich zum Vollpreis erworben, ein eingeschränktes Nutzungsrecht, wie beispielsweise im Falle eines zahlungspflichtigen Abonnements, würde nicht existieren, so das Urteil.

Dass Valve mit diesem Urteil alles andere als zufrieden ist, liegt dabei wohl auf der Hand. Auch weiterhin pocht der Steam-Betreiber auf seine Vertragsbedingungen. "Wir sind mit der Entscheidung des Pariser Gerichts in erster Instanz nicht einverstanden und werden dagegen Berufung einlegen", erklärte Doug Lombardi, Marketing-Chef von Valve, nach dem Urteilsspruch.

Solange ihr eure Steam-Spiele nicht weiterverkaufen könnt, sollte eure Auswahl gut überlegt sein. Wir verraten euch, welche Spiele ihr euch umbedingt zulegen solltet!

Nach dem nun gefällten Urteil hat Valve dreißig Tage Zeit, sich nach den Bedingungen des Urteils zu richten. Andernfalls drohen der Firma Strafzahlungen in Höhe von 3.000 Euro täglich über die folgenden sechs Monate. Da Valve jedoch angekündigt hat in Revision gehen zu wollen, wird dieses Urteil wohl nicht rechtskräftig und der Rechtsstreit wird sich aller Voraussicht nach noch weiter in die Länge ziehen.

Tags: Steam  

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