Coin Master | Jan Böhmermann fordert Indizierung von simulierten Glücksspielen

von Tom Lubowski (Freitag, 11.10.2019 - 12:46 Uhr)

Das Mobile-Game Coin Master findet vor allem beim jüngeren Publikum großen Anklang. Warum das so ist und vor allem, warum das Spiel seiner Ansicht nach indiziert werden sollte, erklärt der Satiriker und Moderator Jan Böhmermann in der aktuellen Folge seiner Sendung Neo Magazin Royale.

Jan Böhmermann im Neo Magazin Royale.Jan Böhmermann im Neo Magazin Royale.

Was wir bisher wussten

Seit einigen Monaten rangiert das Mobile-Game Coin Master auf den oberen Rängen der App Stores. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Strategie- und Glücksspiel, bei dem der Spieler jeweils fünf Drehversuche pro Stunde an einer virtuellen Slot-Maschine bekommen, um digitale Münzen freizuschalten, die zum Spielen gebraucht werden. Für mehr Versuche kann Echtgeld investiert werden.

Coin Master gibt es bereits seit 2015. Richtig erfolgreich wurde das Spiel mit dem fragwürdigen Geschäftsmodell aber erst als der israelische Entwickler des Spiels, Moon Active, hierzulande Prominente wie Dieter Bohlen oder die YouTube-Influencer Simon Desue und Bianca "Bibi" Heinicke verpflichtete. Vor allem die junge Zielgruppe von Coin Master steckt fleißig Geld in die App.

Was neu ist

Grund genug für den Satiriker Jan Böhmermann, das Spielkonzept einmal einer kritischen Sichtung zu unterziehen. In der aktuellen Ausgabe des Neo Magazin Royale erklärt er die Mechanismen des Spiels und zeigt, wie es mit Angeboten lockt, Echtgeld auszugeben. Laut Aussagen der Entwickler richte sich Coin Master an ein erwachsenes Publikum. Böhmermann fragt, warum dann aber ausgerechnet eine farbenfrohe-kindliche Aufmachung die App ausmacht:

Technisch gesehen handelt es sich bei Spielen wie Coin Master um so genannte simulierte Glücksspiele, da nicht alle der drei Glücksspiele auszeichnenden Indikatoren wie Geldeinsatz, Gewinnmöglichkeit und ein zufälliger Spielausgang gegeben sind. So wird beispielsweise nur um Punkte gespielt oder das Ergebnis wird durch Algorithmen beeinflusst. Um reguläres Glücksspiel, welches in Deutschland erst ab achtzehn Jahren gestattet ist, handelt es sich somit laut Definition nicht.

Weder die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle noch die Budesprüfstelle für jugendgefährdende Medien scheinen akuten Handlungsbedarf zu sehen, um entsprechende Spiele nur erwachsenen Personen zugänglich zu machen, kritisiert Böhmermann humoristisch. Letztere könne auch nur nach dem Einreichen eines Antrags seitens eines Vertreters oder einer Vertreterin einer Behörde aktiv werden. Und hier setzt Böhmermann mit einem Apell an: Als "kleines Verwaltungsabenteuer" fordert er potentielle Antragsteller dazu auf, dem ganzen endlich einen Riegel vorzuschieben und die Indizierung von Coin Master zu fordern.

Kennt ihr das Spiel Coin Master und seid ihr bereits den doch sehr befremdlichen Werbe-Clips begegnet? Vor allem auf YouTube und in Apps, in denen Werbung geschaltet wird, konnte und kann man ihnen sehr häufig begegnen. Was haltet ihr von solchen Apps?

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