Hongkong-Proteste | Riot Games wird Zensur vorgeworfen

von René Wiesenthal (Freitag, 11.10.2019 - 16:21 Uhr)

Nachdem ein Kommentator beim World Championship von League of Legends über den Namen eines Teams stolperte, der „Hong Kong“ beinhaltet, wurden Stimmen laut, er habe Anweisungen bekommen, sich nicht zur aktuellen Lage in der Stadt zu äußern. LoL-Entwickler Riot Games dementiert das.

Riot Games ist der Entwickler von League of Legends.Riot Games ist der Entwickler von League of Legends.

Was wir bisher wussten

Nachdem sich ein professioneller Hearthstone-Spieler in einem Interview als Unterstützer der Proteste in Hongkong bekannte, folgte ein massiver Shitstorm gegenüber Blizzard. Denn der Hearthstone-Entwickler belegte den Spieler dafür mit Sanktionen, was für extrem negative Reaktionen seitens der Community und Teilen der Branche führte. Viele Menschen zeigten sich solidarisch mit der Freiheitsbewegung und riefen sogar zum Boykott von Blizzard auf.

Auf die harsche Kritik reagierte Blizzard wiederum Berichten von vielen Spielern zufolge mit dem Unterbinden von Blizzard-Account-Löschungen. Aus Protest wollten viele Spieler ihre Konten auflösen, erhielten aber beim Versuch eine Fehlermeldung.

Was neu ist

Der Konflikt spitzt sich weiter zu. Der Journalist Noah Smith veröffentlichte auf seinem Twitter-Kanal eine Liste mit Unternehmen, die sich seiner Auffassung nach der chinesischen Regierung beugen und finanzieller Abhängigkeiten wegen Statements unterbinden, die mit der Protestbewegung in Verbindung stehen. Dazu gehöre, wie er schreibt, auch "League of Legends"-Entwickler Riot Games:

Der Vorwurf: Während der Übertragung des World Championship von League of Legends habe ein Kommentator versucht, auf Druck von Riot Games die Worte „Hong Kong“ zu vermeiden. Eines der Spieler-Teams, das antrat, trägt den Namen Hong Kong Attitude. Der Kommentator setzte an, den vollen Namen auszusprechen, korrigierte dann aber, um die Abkürzung HKA zu nutzen, wie Polygon berichtet. Riot Games aber dementiert, dass es sich hier um eine gezielte Einflussnahme gehandelt hat und dem Kommentator die Verwendung der Worte „Hong Kong“ untersagt worden sind.

Wir wollen die Verwirrung um die Berichterstattung zu Hong Kong Attitude auflösen. Wie ihr auf unserem offiziellen eSports-Account sehen könnt, verwenden wir sowohl den vollen Namen also auch die Abkürzung HKA, so wie wir es üblicherweise bei all unseren Teams tun., sagt PR-Chef Ryan Rigney von Riot Games in einem Tweet.

Weiterhin schreibt er:

Um es so deutlich wie möglich zu sagen: Wir weisen niemanden dazu an, die Worte „Hong Kong“ zu vermeiden. Wir hätten es gern, dass das Team bei seinem vollen Namen genannt wird. Es gab darüber auch interne Verwirrung, die wir gerade klären. Ein letzter, persönlicher Hinweis: Ich denke, jeder geht gerade sehr sensibel mit diesem Thema um, angesichts der Ereignisse der letzten Tage. Wir hätten unsere Kommentatoren besser darauf vorbereiten sollen und gehen die Maßgaben heute nochmal mit ihnen durch.

Wie es Rigney also formuliert, sieht sich Riot Games zu Unrecht in der Liste der von Smith aufgezählten Unternehmen genannt. Der Kommentator sei lediglich unsicher darüber gewesen, wie er mit dem Thema umgehen solle, während Riot Games die Kommentatoren darin bestärke, das Team Hong Kong Attitude beim vollen Namen zu nennen und keine Vorgaben mache, dass Begriffe, die an die Proteste erinnern, untersagt sind.

Die Stimmung in der Branche und der Community bezüglich Blizzard und den Protesten in Hongkong ist derzeit extrem aufgeheizt. Die Ereignisse und Protestaktionen überschlagen sich regelrecht. Wir werden euch weiterhin mit den wichtigsten Informationen zum Thema auf dem Laufenden halten.

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