CoD: Modern Warfare | Entwickler lügt bezüglich eines Kriegsverbrechens

von Florian Rudolph (Montag, 28.10.2019 - 14:40 Uhr)

Mit Call of Duty: Modern Warfare brachte Activision letzte Woche ein lang ersehntes Reboot seiner erfolgreichen Spielereihe auf den Markt. Doch trotz guter Kritiken schafft das Spiel einige weniger schöne Nebenschauplätze. Scheinbar auch, was den Wahrheitsgehalt der Story angeht.

Im Story-Modus müsst ihr manchmal eher ruhig und vorsichtig als stürmisch und laut vorgehen.Im Story-Modus müsst ihr manchmal eher ruhig und vorsichtig als stürmisch und laut vorgehen.

Was ist passiert?

Im Test zu Call of Duty: Modern Warfare haben wir euch bereits über die teils sehr schockierende Kampagne berichtet. Der Clou an der Story ist jedoch, dass ihr stellenweise selbst Entscheidungen treffen müsst. Dadurch könnt ihr einigen Schockmomenten vielleicht aus dem Weg gehen, alle werdet ihr jedoch wahrscheinlich nicht meiden können.

Doch auch abseits dieser Erfahrungen sorgt die Kampagne für reichlich Gesprächsstoff. So brachte ein Twitter-Post des Users Chowderhead zu Tage, dass bei einem Kriegsverbrechen aus dem realen Leben, welches im Spiel ebenfalls behandelt wird, der Verursacher ausgetauscht wurde.

"Nun, es scheint so, als würde das neue 'Modern Warfare'-Spiel die Unwahrheit über ein US-Kriegsverbrechen verbreiten und es als Tat der Russen darstellen, weil die US-Streitkräfte als die Guten dargestellt werden sollen. Das ist ... Ich hab grad keine Worte dafür, wie ich mich dabei fühlen soll. Abgestoßen, vermutlich."

In der Realität wurde besagter Angriff unter anderem von Amerikanern ausgeführt, wobei die Russen keinen Anteil an der Aktion haben. Im Spiel heißt es jedoch, dass dieser Angriff von den Russen ausgeführt wurde.

Wieso ist das wichtig für euch?

Unter dem Tweet von Chowderhead haben viele weitere User diesen Umstand kritisiert. Auch auf Reddit ist eine umfangreiche Diskussion zu dem Thema angelaufen. Grund dafür ist sicherlich, dass das Leugnen der Schuld an einem Kriegsverbrechen nicht nur den Entwickler Infinity Ward, sondern auch die USA in ein schlechtes Licht rückt.

Durch den Versuch die Schuld auf Unbeteiligte zu schieben (mit denen es in der Vergangenheit auch schon häufiger politische Konflikte gab), wird das US-Militär "die gute Seite" dargestellt. Das ist jedoch genau in diesem Fall schlichtweg falsch.

Es soll den Eindruck vermitteln, als würde die USA das Kriegsgebiet von den "bösen Verbrechern aus Russland" befreien. Dadurch ziehen sie Spieler, die sich nicht so sehr mit den wahren Umständen beschäftigt haben, auf ihre Seite und schüren ein negatives Denken gegenüber Russland.

Meinung von Florian Rudolph

Für manche mag diese Verdrehung vielleicht nur eine banale Erscheinung sein. Immerhin handelt es sich ja "nur" um ein Videospiel. In einer komplett fiktiven Geschichte würde diese Behauptung wahrscheinlich auch gar keine hohen Wellen schlagen. In dem Kontext, in dem Russland hier jedoch das Kriegsverbrechen angehängt wird, bezieht sich Entwickler Infinity Ward aber auf reale Ereignisse. Diese gilt es auch als solche zu behandeln.

Hier den Eindruck erwecken zu wollen, Russland hätte unschuldige Menschen mit einem Bombenangriff getötet und das amerikanische Militär kommt, um zu helfen, ist meiner Meinung nach einfach feige und moralisch sehr verwerflich. Sicherlich muss man auch bedenken, dass das Spiel in den USA entwickelt wurde und die Amerikaner es auch abnehmen müssen. Ein wenig Selbstreflexion und ein offener Umgang mit vermeintlichem Fehlverhalten ist meiner Meinung nach in der heutigen Zeit jedoch eher angebracht als solche Vorkommnisse schlichtweg zu leugnen und die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben.

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