Japan | Erste Videospielschule hat eröffnet

von Florian Rudolph (Dienstag, 29.10.2019 - 07:55 Uhr)

Die meisten Kinder und Jugendliche vebringen einen Großteil ihrer Schultage in einer regulären Schule, einer Privatschule oder mit Privatunterricht zu Hause. Der Unterrichtsstoff unterscheidet sich zwischen diesen drei Formen meist nur in Einzelheiten. Eine japanische Firma nimmt nun jedoch Bücher vom Lehrplan und ersetzt diese durch Videospiele.

Lernen durch Videospiele - das will eine japanische Firma ermöglichen.Lernen durch Videospiele - das will eine japanische Firma ermöglichen.

Spielerisches Lernen ist erwiesenermaßen eine der effektivsten Formen, wie Kinder, aber auch Erwachsene, lernen können. Die japanische Firma Gemutore, wurde zwar erst vor kurzem gegründet, möchte das Lernen für Kinder jedoch revolutionieren. Durch das Lernen mittels Videospielem möchten sie Kinder in erster Linie nicht zu E-Sportlern erziehen. Das Ziel ist es viel mehr durch Videospiele den Verstand und und die Kommunikation der Kinder zu schärfen.

Wie auch Linda Breitlauch, Professorin für Game Design an der Hochschule Trier, sagt (siehe Video), haben viele noch immer Vorurteile gegenüber Bildschirmspielen. Schließlich wurden sie ursprünglich für die reine Unterhaltung konzipiert. Mittlerweile gibt es jedoch genügend Spiele, die für das Lernen in verschiedenen Bereichen sehr wohl geeignet sind.

Genau das möchte sich Gemutore zunutze machen. Durch einstündigen Unterricht in einem Team aus einem Lehrer und zwei bis drei Schülern nutzen sie das sogenannte "Naraigoto". Das beschreibt eine Lernform, in der vor allem der Erwerb von Fähigkeiten im Vordergrund steht.

Die Seite Gamerant beschreibt in ihrem Bericht, dass Gemutore Videospiele als nichts anderes als Brettspiele ansieht. Ein Beispiel ist das japanische Spiel Shogi, welches quasi wie eine Art Schach angesehen werden kann. Ein Beispiel für ein gutes Lernspiel findet sich in Rocksmith, mit dem man spielend Gitarre spielen erlernen kann.

Im Gegensatz zu vielen Meinungen von außen ist Gemutore nicht darauf aus, die nächsten E-Sportler auszubilden. Doch auch dafür gibt es mittlerweile viele Firmen, die ihr Geschäft voll auf den E-Sport ausgerichtet haben. Gründer Kazuki Obata möchte jedoch, dass sein Unternehmen einen positiven und unterstützenden Einfluss auf Kinder ausübt, ohne den emotionalen Druck, der normalerweise in regulären Unterrichtsumgebungen auftritt.

Der Unterricht von Gemutore findet dabei nur samstags und sonntags in den Morgenstunden per Video- und Voice-Chat statt. Damit will das Unternehmen den regülären Stundenplan der Schüler nicht beeinträchtigen. Außerdem bauen sie soziale Strukturen auf, um zu verhindern, dass die Schüler die ganze Nacht aufbleiben, um Videospiele zu spielen und stattdessen den ganzen Tag verschlafen.

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