Angst vor Abhängigkeit | China verhängt "virtuelle Ausgangssperre" in Online-Games

von Micky Auer (Donnerstag, 07.11.2019 - 15:06 Uhr)

Die chinesische Regierung hat neue Regeln angekündigt, die die Gefahr einer Abhängigkeit von Videospielen verhindern soll. Damit einher gehen strenge Restriktionen, vor allem für minderjährige Spieler.

Laut einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN soll die "virtuelle Ausgangssperre" alle Online-Spiele betreffen, die in China verfügbar sind. Hinzu kommt eine rigorose Zeitbeschränkung für Spieler unter 18 Jahren:

  • Maximal 90 Minuten Spielzeit pro Tag an Wochentagen in Online-Spielen.
  • Drei Stunden Spielzeit pro Tag an Wochenenden und Feiertagen.
  • Ein Verbot für Minderjährige in Online-Spielen von 22 Uhr bis 8 Uhr morgens.

Doch damit nicht genug! Neben der nächtlichen Spiel-Sperre und der Zeitbegrenzung soll es auch Grenzen dafür geben, wie viel Geld in Online-Spielen ausgegeben werden darf. Personen im Alter von 16 bis 18 Jahren dürfen somit maximal 400 Yuan (etwas über 50 Euro) pro Monat ausgeben, für jüngere Spieler ist bereits die Hälfte dieses Betrages die Obergrenze.

Insgesamt werden sechs Maßnahmen ergriffen, darunter auch die besagten Restriktionen. Auch wird es strengere Regeln für Registrierungen in Spielen geben. Das betrifft vor allem die Option, sich per Smartphone anzumelden. Damit soll die Möglichkeit wegfallen, dass Kinder sich mithilfe der Telefone ihrer Eltern einen Spiel-Account anlegen. Die neuen Regeln umfassen eine genauere Identitätsprüfung bei der Registrierung.

Von Publishern wird verlangt, dass sie ihre Communitys besser im Auge behalten. Firmen, die den neuen Anforderungen nicht gerecht werden, wird eine Frist gesetzt, um die nötigen Veränderungen umzusetzen. Sollten sie sich nicht an die Vorgaben halten, könnten ihnen Vertriebslizenzen enzogen werden. Darüber hinaus will sich die chinesische Regierung um die Etablierung eines neuen Altersfreigabesystems bemühen. Gleichzeitig sollen Eltern und Lehrer geschult werden, um mit Kindern an ihren Online-Gewohnheiten zu arbeiten.

Als Grund für diese Maßnahmen lässt die Regierung über die staatliche Nachrichtenanstalt Xinhua verlautbaren, dass Online-Gaming zwar grundsätzlich als Freizeitbeschäftigung akzeptabel sei und "das spirituelle sowie kulturelle Leben der Menschen bereichere", jedoch auch "Einfluss auf die physische und mentale Gesundheit sowie die Lernfähigkeit und das Leben von Minderjährigen" nehmen könne.

Es ist nicht das erste Mal, dass China die Spielgewohnheiten der Bevölkerung einschränkt. Online-Spielen wurde bereits die Schuld an Kurzsichtigkeit bei Kindern gegeben. Bereits 2016 wurden Regulierungen vorgestellt, die zum Schutz von Minderjährigen in Online-Umgebungen dienen sollten. Die Vorschläge glichen bereits damals den aktuellen Reglements, wie PC Gamer berichtet.

Im darauffolgenden Jahr haben staatlich gesteuerte Medien den chinesischen Publisher Tencent und dessen Spiel Honor of Kings angegriffen. Die Firma war letzten Endes gezwungen, die Spielzeit für Mindejährige durch en Klarnamen-Registrierungsprogramm zu limitieren (BBC berichtet). Dennoch wurde das Spiel zum finanziell erfolgreichsten Mobile Game 2018 (laut einer Analyse von Sensor Tower).

Welcher Spiel-Typ seid ihr?

China setzt harte Regeln für den Umgang mit Online-Spielen durch. Ein Thema, das sicher auch hierzulande für Diskussionsstoff sorgt. Wie lautet eure Meinung dazu? Lasst uns gerne eure Ansicht in Form eines Kommentars da.

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