Fortnite-Bann | Klatsch-Presse attackiert weinenden Teenager

von René Wiesenthal (Dienstag, 12.11.2019 - 17:09 Uhr)

Der Gaming-YouTuber Faze Jarvis hat sich durch die Nutzung eines Aimbots einen Perma-Ban in Fortnite eingefangen – unter Tränen entschuldigte er sich für sein Verhalten. Die Boulevard-Presse in Großbritannien stürzt sich auf den jungen Mann und nimmt ihn verbal unter Beschuss.

Faze Jarvis wurde lebenslang von Fortnite gesperrt.Faze Jarvis wurde lebenslang von Fortnite gesperrt.

Er verdient mit Gaming sein Geld: Fortnite-Spieler Faze Jarvis machte sein Hobby zum Beruf, stellte regelmäßig Videos ins Internet, fand neue Freunde in der Community. Umso schwerer war der Schlag für ihn, lebenslang vom Spiel gesperrt zu werden, nachdem er Videos mit aktiviertem Aimbot auf seinem Kanal hochlud. Er selbst entschuldigte sich nach dem Bann unter Tränen für sein Verhalten, er habe seine Zuschauer nur unterhalten wollen und sei sehr naiv gewesen.

Der britischen Boulevard-Presse hingegen waren die Tränen wohl egal. Eurogamer hat einmal aufgestellt, wie diese über den YouTuber berichtet. Das Fazit: Einige Seiten gehen hart mit dem Teenager ins Gericht. So schreibt das Klatschblatt The Sun vor allem darüber, wie viel Geld der junge Mann wohl mit seinem Entschuldigungsvideo verdient haben mag, wobei Zitate der Mutter und Schätzungen des Wertes vom Familienhaus eingestreut werden. The Mail stört sich unterdessen konkret an dem Fakt, dass Faze Jarvis offensichtlich viel Geld mit dem Spielen von Fortnite verdient und kritisiert, dass das Entschuldigungsvideo monetarisiert wurde. Die Zeitschrift geht auch ins Detail über soziale und familiäre Hintergründe des 17-Jährigen. In einem Folgeartikel arbeitet sie sich daran ab, dass Faze zusammen mit seinem Clan in einem großen Haus in Los Angeles lebe.

Britische Boulevard-Blätter haben eine Historie unsensibler und geschmackloser Berichterstattung. Schon bevor, wie im aktuellen Fall, die Keule der sozialen Missgunst geschwungen wurde, griff beispielsweise der Daily Mirror den Hype um Fortnite auf und setzte das Spiel in direkten Zusammenhang mit Drogensucht und Suizid. Dass die Klatschpresse hier nun also ein Gaming-Thema aufgreift, nur um einen Teenager öffentlich für seinen Erfolg und Wohlstand an den Pranger zu stellen und dabei auch noch in die Privatsphäre des jungen Mannes einzudringen, passt auf unangenehme Weise ins Gesamtbild.

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Man mag von dem Verhalten des Spielers halten was man möchte. Und auch darüber, dass ein 17-Jähriger sein Geld durchs Zocken verdient, kann man geteilter Meinung sein. Jedoch sollte niemandem pauschal für die Art, wie er oder sie ein Lebensunterhalt verdient und den Lebensweg gestaltet ein Vorwurf gemacht oder gar Missgunst gesät werden – solange dabei niemand in irgendeiner Form zu Schaden kommt. Oder wie seht ihr das?

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