Activision Blizzard | "Spiele sollten keine politischen Botschaften vermitteln."

von René Wiesenthal (Mittwoch, 20.11.2019 - 16:46 Uhr)

In einem Interview wurde "Activision Blizzard"-CEO Bobby Kotick zu seiner Haltung gegenüber politischen Standpunkten im Gaming-Bereich befragt. Seine Äußerung dazu ist zwiespältig. In die eigenen Spiele gehören sie seiner Ansicht nach nicht. Doch für Geschäftsführer seien sie keineswegs ausgeschlossen.

Activision Blizzard hat viele beliebte Marken im Portfolio.Activision Blizzard hat viele beliebte Marken im Portfolio.

Das Transkript des Interviews findet sich auf der englischsprachigen Nachrichtenseite CNBC. Stattgefunden hat es auf der so genannten CNBC Evolve Conference, auf der erfolgreiche und namhafte Unternehmer über Technologie und Innovationen sprechen. Einer von ihnen war in diesem Jahr "Activision Blizzard"-CEO Bobby Kotick. Dieser wurde unter anderem dazu befragt, wie er seine Rolle als Geschäftsführer versteht, in einer Zeit, in der große Unternehmer immer mehr auch politische Leitfiguren werden. Seine Antwort dazu fällt differenziert aus. Wenn es um die Spiele geht, die von Activision Bliizard produziert und publiziert werden, erteilt er politischen Agenden eine klare Absage:

Wir sind nicht die Betreiber der Rathäuser dieser Welt. Wir sind die Betreiber von Communitys, die es einem erlauben, Spaß durch die Linse eines Videospiels zu haben. Meine Verantwortung ist es, sicherzustellen, dass sich die Communitys wohlfühlen, sie zufrieden und unterhalten sind. Das gibt mir nicht das Recht, eine Plattform zu haben für eine Menge politischer Ansichten.

Weiter sagt Kotik, es ginge für ihn vor allem darum, das Publikum, Angestellte und Kapitalgeber zufriedenzustellen.

Vor allem AAA-Unternehmen sind bekannt dafür, größte Vorsicht walten zu lassen, wenn es darum geht, mit Spielen eine ganz eindeutige politische Botschaft zu vermitteln. Es steht oft sehr viel Geld auf dem Spiel und Konzerne laufen Gefahr, potenzielle Kunden zu verärgern, wenn sie eindeutig Stellung in ihren Spielen beziehen.

Oftmals wird Zeitgeschehen und politische Geschichte gerade in Shootern aufgegriffen und angedeutet, aber vor klarer Haltung oder konsequent umgesetzten Szenarien scheuen große Studios meist zurück. Zuletzt sorgte die Kampagne von Call of Duty: Modern Warfare aus dem Hause Activision Blizzard wegen kontroverser Sequenzen für viel Rummel. Darunter die umstrittene Darstellung von realen Kriegsverbrechen, die sogar zu Review Bombings führte. In Call of Duty: Modern Warfare 2 provozierte die Flughafenmission No Russian heftige Reaktionen.

Spieleunternehmen – auch Activision Blizzard - betreten also immer wieder politisches Terrain, leugnen auf Nachfrage aber meist jede den Settings und Darstellungen im Spiel inhärente Botschaft – ein Widerspruch, der sich auch durch Gamer-Communitys zieht und exemplarisch durch die Aussagen von Kotik zum Ausdruck kommt. In einem interessanten Artikel auf Grimme-Game mit dem Titel „Der Mythos vom unpolitischen Spiel“ wird aus diesem Anlass ausführlicher aufgezeigt, warum unpolitische Spiele eigentlich nicht wirklich existieren.

Doch Kotik hält politische Positionen in der Spielebranche nicht für ausgeschlossen. So sagt er weiter im Interview, es sei inspirierend für ihn, Unternehmer in Führungspositionen zu sehen, die sich integer für bestimmte Prinzipien aussprechen. Diese hätten ein Recht darauf, ihre Visionen über die Regierung und politische Standpunkte offen zu kommunizieren. „Ich liebe es, mit diesen Menschen in den Austausch zu gehen.“, sagt er.

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