Sexismus bei Riot Games | 10 Millionen Dollar Zahlung an 1.000 Mitarbeiterinnen

von René Wiesenthal (Dienstag, 03.12.2019 - 11:52 Uhr)

Riot Games hat sich im Prozess um Diskriminierung und sexuelle Belästigung im eigenen Unternehmen auf eine Zahlung von 10 Millionen Dollar geeinigt. Betroffen sind davon etwa 1.000 Frauen.

Riot Games ist im Zentrum schwerer Vorwürfe.Riot Games ist im Zentrum schwerer Vorwürfe.

Was wir bisher wussten

Im letzten Jahr gerieten Vorwürfe gegenüber Riot Games in Umlauf, die von Mitarbeiterinnen und ehemaligen Mitarbeiterinnen des Konzerns geäußert worden. Darin hieß es, das Unternehmen hätte schwere Probleme mit strukturellem Sexismus. Zu dieser Zeit wurden 28 Fälle von sexueller Belästigung gegenüber weiblichen Mitarbeitern von Riot Games dokumentiert. Der "League of Legends"-Entwickler reagierte zunächst mit einer Entschuldigung und gelobte, das Arbeitsklima verbessern zu wollen. Es kam dennoch zu Anzeigen wegen Diskriminierung und sexueller Belästigung von zwei betroffenen Frauen. Um juristische Konsequenzen zu verhindern, versuchte Riot Games, eine Zwangsschlichtung zu erwirken, gegen die 150 Mitarbeiter des Unternehmens protestierten. Sie skandierten zudem bei ihren Protesten, es hätte sich bis dato nichts an der toxischen Kultur im Unternehmen geändert. Um dem Versprechen der Besserung gerecht zu werden, stellte das Unternehmen im März 2019 mit Angela Roseboro einen Chief Diversity Officer ein, also eine eigene Gleichstellungs- und Vielfältigkeitsbeauftragte.

Was neu ist

Wie unter anderem die Los Angeles Times berichtet, gab es nun eine Einigung im Verfahren um den Tatbestand der sexuellen Diskriminierung. Riot Games habe zugestimmt, mindestens 10 Millionen US Dollar an Frauen zu bezahlen, die in den letzten fünf Jahren im Unternehmen arbeiteten, um den Rechtsstreit niederzulegen.

Die Einigung selbst lässt sich bereits auf den August datieren, die Höhe der Zahlung ergibt sich aus jüngst eingereichten Prozessdokumenten, auf die sich auch Los Angeles Times bezieht. Berücksichtigt würden im Zuge der Zahlung etwa 1.000 Mitarbeiterinnen und ehemalige Mitarbeiterinnen, die sich selbst als Frauen identifizierten. Wie viele jede von ihnen genau aus dem gesamten Topf bekommt, entscheide sich nach der Dauer der Betriebsangehörigkeit.

Riot Games habe sich darüber hinaus unter anderem dazu verpflichtet, Prozesse zur Meldung sexueller Belästigung und Diskriminierung zu verbessern sowie Bezahlungen, Einstellungen und Beförderungen fairer und transparenter zu gestalten. Auch, wenn sich die Parteien, die vor Gericht stritten, geeinigt hätten, müsse in letzter Instanz – so L.A. Times – des Gericht noch dem Beschluss zustimmen.

In einem Statement gegenüber der Zeitung sagt ein Sprecher von Riot Games zu der Einigung:

Wir sind zufrieden, einen Vorschlag zur Beilegung des Verfahrens vorlegen zu können. Die Einigung ist ein weiterer wichtiger Schritt nach vorn und demonstriert unser Engagement dabei, unseren Werten gerecht zu werden und Riot zu einem inklusiven Umfeld für die größten Talente der Industrie zu machen.

News gehört zu diesen Spielen

League of Legends
Spieler gelangt nach fast 20 Jahren in geheimen Entwicklerraum

Majora's Mask | Spieler gelangt nach fast 20 Jahren in geheimen Entwicklerraum

Ein Spieler hat im fast 20 Jahre alten The Legend of Zelda: Majora’s Mask einen geheimen Raum entdeckt, d (...) mehr

Weitere News

* Werbung